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Fankritik mit Video

„G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“: Popcornkino in Reinkultur

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Nach dem kommerziellen Siegeszug der beiden „Transformers“-Streifen bildet „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ nun den Auftakt zu einer weiteren Kinoreihe, die auf Spielzeugfiguren aus dem Hause Hasbro basiert. Zwar sind Story und Figurenzeichnung sehr einfach gehalten, aber dafür hat der Film einen recht hohen Unterhaltungswert.
Die Elitetruppe „G.I. Joe“ hat der Verbrecherorganisation „Cobra“ den Kampf angesagt.

Die Elitetruppe „G.I. Joe“ hat der Verbrecherorganisation „Cobra“ den Kampf angesagt.

© Paramount

Die nicht allzu ferne Zukunft: Eine militärische Spezialeinheit der Vereinten Nationen hat es sich zur Aufgabe gemacht, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen. Bekannt ist sie unter dem Namen „G.I. Joe“. Unter der Führung von General Hawk (Dennis Quaid) hat die Elitetruppe rund um die Neulinge Duke (Channing Tatum) und Ripcord (Marlon Wayans), den Waffenspezialisten Hershel (Adewale Akinnuoye-Agbaje), die Nachrichtenoffizierin Scarlett (Rachel Nichols) und den geheimnisvollen Snake Eyes (Ray Park) der Verbrecherorganisation „Cobra“ den Kampf angesagt. Diese hat mithilfe der Terroristin Baroness (Sienna Miller) einige Sprengköpfe gestohlen, die mit zerstörerischen Nanobots bestückt sind. Die Topagenten von „G.I. Joe“ setzen nun alles daran, diese äußerst gefährlichen Waffen zurückzubekommen. Doch als „Cobra“ einen Angriff auf Paris startet, eskaliert die Situation...

Während in den vergangenen Jahren vor allem Comic-Bücher als Vorlage für actionreiche Sommer-Blockbuster dienten, haben Hollywoods Produzenten inzwischen eine völlig neue Grundlage für massentaugliche Filme entdeckt: Spielzeuge. Nach der kommerziell äußerst erfolgreichen „Transformers“-Saga ist „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ nun der Auftakt zu einer weiteren groß angelegten Kinoreihe, die auf Actionfiguren basiert. Die Fortsetzung ist bereits beschlossene Sache, und auch einige weitere Streifen aus diesem neu entstandenen Genre der Spielzeugverfilmung sind in Planung. So soll es bald „He-Man“ auf der Leinwand zu bewundern geben, und sogar über einen „Lego“-Realfilm wird nachgedacht.

Entscheidend für die Akzeptanz beim Publikum ist dabei vor allem, wie der Film in seiner Gesamtheit aufgezogen ist und mit welchem Selbstverständnis er gedreht wurde. Während sich beispielsweise der zweite „Transformers“-Teil streckenweise viel zu ernst nimmt, begeht „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ diesen Fehler nicht – ganz im Gegenteil sogar. Popcornkino-Regisseur Stephen Sommers („Die Mumie“, „Van Helsing“) hat ihn mit viel Selbstironie und einem zwinkernden Auge inszeniert – und will auch gar nicht verbergen, dass sein Film im Grunde doch sehr trashig und einfach gestrickt ist. Wenn es sein Ziel gewesen sein sollte, ein unterhaltsames Sommer-Movie zu schaffen, bei dem man einfach mal wieder abschalten kann, dann hat er es jedenfalls erreicht.

Besonders viel Spaß macht „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ im Mittelteil. Hier gibt es rasante Verfolgungsjagden in Delta-6-Beschleunigungsanzügen, gut choreografierte Kampfszenen und einige wirklich nette Zerstörungssequenzen in Paris. Wenn man sich dabei keine Gedanken über physikalische Gesetze macht und die Logik einfach mal Logik sein lässt, dann dürften diese Szenen jedem Actionfan sehr viel Freude bereiten. Auch gefallen über weite Strecken die lockere Atmosphäre und die immer mal wieder eingestreuten Gags.

Leider hält die Dynamik des mittleren Teils aber nicht bis zum Ende an. Der Schluss wird sehr in die Länge gezogen, und die Action wirkt dann teilweise ein wenig ermüdend. Auch werden viele Konflikte zwischen den Figuren nur angedeutet oder sehr oberflächlich gelöst. Klar, bei einem Actionfilm erwartet man nicht unbedingt eine tiefenpsychologische Abhandlung über gescheiterte Beziehungen oder eine traumatische Kindheit – aber wenn man solche Aspekte in den ruhigen Momenten immer mal wieder einfließen lässt, dann sollte man sie auch konsequent zu Ende führen. Etwas mehr Augenmerk auf die Figurencharakterisierung hätte den Film deutlich aufgewertet.

Schauspielerisch haben bei „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ eindeutig die Frauen die Nase vorn. Sienna Miller, die man eher aus Independent-Produktionen wie „Layer Cake“ oder „Interview“ kennt, macht auch im Mainstreamkino eine verdammt gute Figur – und das nicht nur wegen der hautengen Lederkleidung, sondern weil sie darstellerisch am meisten aus ihrer Figur herausholt. Besonders erfreulich ist auch die Leistung von Rachel Nichols, die mit dem Film ihren internationalen Durchbruch geschafft haben dürfte. Bereits in der fünften Staffel der Fernsehserie „ALIAS – Die Agentin“, in der sie in einer Hauptrolle zu sehen war, hat sie einen sehr positiven Eindruck hinterlassen – offensichtlich nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Serienschöpfer und Produzent J.J. Abrams, der sie im elften „Star Trek“-Film als Orionerin besetzt hat. Karrieretechnisch ist bei ihr also alles im grünen Bereich – und ich freue mich schon darauf, demnächst mehr von ihr zu sehen.

Fazit: „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ ist pures Popcornkino ohne höhere Ansprüche. Wer nicht zu viel erwartet und Spaß an trashiger Handlung hat, wird zwei Stunden gut unterhalten.

Bewertung: 6/10

Ähnliche Filme: „G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra“ könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ (2002), „Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer“ (2007) und „Transformers – Die Rache“ (2009) mochten.

Kinostart: 13. August 2009

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