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„Spider-Man“-Reboot: Die Hauptrollen sind besetzt

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Die „Spider-Man“-Reihe startet von vorn: Mit neuen Darstellern und einem veränderten Konzept kommt der vierte Teil im Sommer 2012 als 3-D-Film in die Kinos. Inzwischen sind alle Hauptrollen besetzt worden – und meine anfängliche Skepsis gegenüber dem Reboot legt sich langsam.
„Spider-Man“ startet im Sommer 2012 mit Andrew Garfield in der Hauptrolle als Reboot in den Kinos.

„Spider-Man“ startet im Sommer 2012 mit Andrew Garfield in der Hauptrolle als Reboot in den Kinos.

© Sony Pictures

Als Anfang des Jahres bekannt gegeben wurde, dass „Spider-Man“-Darsteller Tobey Maguire im vierten Teil nicht mehr mitspielt, habe ich den Film für mich sofort abgehakt und mir gedacht: „Das Projekt kann eigentlich nur scheitern.“ Es hieß, man wolle die „Spider-Man“-Reihe mit einem neuen, jüngeren Hauptdarsteller rebooten. Der Film spiele an der Highschool und drehe sich sowohl um typische Teenagerkonflikte als auch um Superheldenprobleme. „Das ist ja ganz toll“, war meine erste Reaktion darauf. „Was kommt als Nächstes? ‚Spider-Man im Kindergarten‘ mit dem bösen Bauklötzchen-Baron als Gegner?“ Inzwischen denke ich etwas anders über das Reboot. Warum? Weil die gecasteten Schauspieler viel Potenzial besitzen – und Regisseur Marc Webb die „Spider-Man“-Reihe mit seinem Neustart tatsächlich in eine interessante Richtung lenken könnte.

Mit der Verpflichtung von Andrew Garfield als Peter Parker alias Spider-Man ist den Verantwortlichen ein wirklicher Besetzungscoup gelungen. Der 27-jährige Newcomer, der bereits kleinere Rollen in den Filmen „Von Löwen und Lämmern“ und „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ hatte, bot erst kürzlich in David Finchers „The Social Network“ als Eduardo Saverin eine durchweg überzeugende Leistung. Mein Eindruck von ihm: smart, entschlossen, charismatisch. Und er wirkt jünger, als er ist. Sehr wahrscheinlich wird man ihm gerade deswegen den Highschool-Schüler Peter Parker glaubhaft abnehmen. Zwar ist es für Andrew Garfield sicher nicht einfach, in die Fußstapfen des großartigen Tobey Maguire zu treten und den hohen Erwartungen standzuhalten, aber ich denke, mit ihm hat man einen würdigen Nachfolger gefunden.

Etwas weniger Druck lastet dagegen auf Emma Stone, die Peter Parkers erste große Liebe Gwen Stacy spielt. Zunächst habe ich mich gefragt, warum man nicht Mary Jane Watson, die bisher von Kirsten Dunst dargestellt wurde, als Love-Interest nimmt. Doch wahrscheinlich würde der Film dann immer wieder mit den vorangegangenen Teilen verglichen werden. Somit ist die Entscheidung für Gwen Stacy sehr gut, da die Figur noch nicht abgegriffen ist. Zwar tauchte sie in „Spider-Man 3“ schon einmal auf, verkörpert von Bryce Dallas Howard, hat aber keinen prägenden Eindruck hinterlassen. Emma Stone kann den Charakter im Reboot also völlig frei interpretieren, ohne besondere Erwartungen erfüllen zu müssen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf ihre Darstellung, denn in den Filmen „Zombieland“ und „Einfach zu haben“ hat die 22-Jährige eindrucksvoll bewiesen, dass sie momentan zu den talentiertesten Jungschauspielerinnen zählt.

Als Gegenspieler hat man Rhys Ifans gecastet, der in die Rolle von Dr. Curt Connors schlüpft. Die Figur kam bereits in den Teilen zwei und drei vor, aber nur als kleine Nebenrolle, gespielt von Dylan Baker. Höchstwahrscheinlich sieht man im vierten „Spider-Man“-Film nun endlich die Verwandlung des Wissenschaftlers in den Bösewicht Lizard. Auch hier ist es von Vorteil, dass Rhys Ifans einen Charakter spielt, der im Kino bislang wenig in Erscheinung getreten ist. Der 42 Jahre alte Darsteller, der in den vergangenen Jahren vor allem durch „Radio Rock Revolution“ in Erinnerung geblieben ist, kann dadurch unvoreingenommen an die Rolle herangehen. Dennoch hat er keine leichte Aufgabe. Da der Lizard bei Comic-Fans äußerst beliebt ist, warten sie schon sehnsüchtig auf seinen Leinwandauftritt – und wollen natürlich nicht enttäuscht werden.

Für May und Ben Parker, Peters Tante und Onkel, konnte man zwei gestandene Charakterdarsteller gewinnen: Sally Field („Forrest Gump“) und Martin Sheen („Departed: Unter Feinden“). Die beiden treten die Nachfolge von Rosemary Harris von Cliff Robertson an. Auch der im dritten Teil von James Cromwell gespielte Polizeichef George Stacy, Gwens Vater, kommt im „Spider-Man“-Reboot vor. Die Rolle übernimmt Denis Leary, der vor allem durch die TV-Serie „Rescue Me“ bekannt ist.

Das Konzept eines jungen Peter Parker an der Highschool kann durchaus aufgehen, wenn Regisseur Marc Webb sich nicht nur auf 3-D-Spezialeffekte, bombastische Action und die allgemeine Popularität der Reihe verlässt, sondern wirklich eine Geschichte erzählt. Denn die große Gefahr bei der „Spider-Man“-Neuauflage ist, dass sie zu sehr aufs jugendliche Mainstreampublikum zugeschnitten wird – und dadurch die psychologische Ebene der ersten drei Filme eventuell verloren geht. Immerhin hat Marc Webb mit „(500) Days of Summer“ gezeigt, dass er Filme mitreißend und vielschichtig inszenieren kann. Im Sommer 2012 werden wir wissen, ob es ihm erneut gelungen ist. Dann startet das „Spider-Man“-Reboot in den Kinos.

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