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Fankritik mit Video

„The Social Network“: David Fincher porträtiert den Facebook-Gründer

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Mit seinem neuen Film ist Kultregisseur David Fincher erneut ein Meisterwerk gelungen: „The Social Network“ porträtiert äußerst bissig den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg – und fängt gekonnt das Lebensgefühl der Generation Web 2.0 ein.
Seine Idee hat die Internet-Welt verändert: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg).

Seine Idee hat die Internet-Welt verändert: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg).

© Sony Pictures

Mark Zuckerberg ist heute 26 und der jüngste lebende Multimilliardär. Wie er das geschafft hat? Mit der ebenso simplen wie genialen Idee, alle sozialen Ereignisse am College seinen Freunden online mitzuteilen – über ein Internetportal namens Facebook. Man legt sich dort einfach ein Profil an, addet die Menschen, die man kennt, schreibt über persönliche Erlebnisse und lädt Partyfotos vom vergangenen Wochenende hoch. Aus der zunächst nur universitätsinternen Seite hat sich inzwischen das größte soziale Netzwerk der Welt entwickelt. Mit diesem gigantischen Erfolg hat selbst Zuckerberg nicht gerechnet. Denn am Anfang von Facebook ging es nicht darum, Millionen von Menschen miteinander zu verbinden, sondern eine Frau zu beeindrucken.

Als ihn seine Freundin Erica (Rooney Mara) im Herbst 2003 verlässt, setzt sich der Harvard-Student Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) völlig frustriert an seinen Computer. Um sich abzulenken, programmiert er in Rekordgeschwindigkeit eine Website, auf der anhand einer Fotogegenüberstellung über die attraktivere Studentin abgestimmt werden kann. Die Seite hat innerhalb weniger Stunden gigantische Zugriffszahlen und bringt schließlich das Netzwerk der Uni zum Absturz.

Nach dieser fragwürdigen Aktion, die Mark für sich selbst als Erfolg verbucht, wird der Computerfreak von den Frauen natürlich noch mehr gemieden. Doch seine nächste Idee bringt ihm auf dem Campus endlich die Anerkennung, die er schon immer wollte. Zusammen mit seinem Mitbewohner Eduardo Saverin (Andrew Garfield) als Geldgeber entwickelt er das auf Harvard begrenzte Studentenportal Facebook, das stündlich neue Anmeldungen verzeichnet. Obwohl sich das Netzwerk nach und nach auf andere Unis ausdehnt, ist Marks Exfreundin Erica völlig unbeeindruckt von seinem Schaffen. Als der Facebook-Gründer dann wenig später auch noch in einen Rechtsstreit gerät, scheint sein Höhenflug ein Ende zu haben...

Ist Mark Zuckerberg nun ein genialer Nerd, der die Internet-Welt revolutioniert hat, oder doch einfach nur ein arrogantes Arschloch, dem Menschen und wahre Freundschaften völlig egal sind? Diese Frage lässt David Fincher („Fight Club“, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“) bewusst offen. Er porträtiert den Facebook-Gründer in „The Social Network“ aus ganz verschiedenen Perspektiven – durch die Augen von Erica, mit dem Blick Eduardos und aus historischer Sicht. Der Zuschauer muss sich sein Bild selbst zusammensetzen. Immer geweckt wird allerdings der Eindruck, dass ausgerechnet Mark, der ein Portal für die Vernetzung von Freunden geschaffen hat, sehr einsam ist.

Trotz der ernsten Untertöne ist die Geschichte äußerst amüsant aufbereitet und bissig erzählt. Jeder Gag sitzt, die Dialoge sind pointiert geschrieben und wirken sehr authentisch – was vor allem für das Technikvokabular gilt. David Fincher reißt einen von Anfang an mit und hat für seinen Film erneut eine beeindruckende Bildsprache gefunden. „The Social Network“ ist am Puls der Zeit inszeniert und fängt gekonnt das Lebensgefühl der Generation Web 2.0 ein, für die die zwischenmenschliche Kommunikation im Netz zunehmend an Bedeutung gewinnt. Oscar-Nominierungen in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Bestes adaptiertes Drehbuch“ sollten daher eine Selbstverständlichkeit sein.

Ebenfalls oscarverdächtig ist die Leistung von Hauptdarsteller Jesse Eisenberg, der die ambivalente Persönlichkeit Zuckerbergs brillant herüberbringt. Er trifft jede Nuance seiner Figur und wechselt glaubhaft zwischen überheblichem Jungunternehmer und verunsichertem Außenseiter. Auch Newcomer und neuer Spider-Man-Darsteller Andrew Garfield gefällt durchweg als Facebook-Mitbegründer Eduardo Saverin und lässt deutlich sein Potenzial für eine große Schauspielkarriere erkennen. Zu unerwarteter Höchstform läuft Popstar Justin Timberlake auf, der in einer Nebenrolle Napster-Erfinder Sean Parker spielt.

Fazit: David Fincher hat mit „The Social Network“ ein vielschichtiges Porträt des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg abgeliefert, das den Zuschauer mitreißt und zum Nachdenken animiert. Oscarreif!

Bewertung: 9,5/10

Ähnliche Filme: „The Social Network“ könnte dir gefallen, wenn du „Startup“ (2001), „21“ (2008) und „Flash of Genius“ (2008) mochtest.

Kinostart: 7. Oktober 2010

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