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Fankritik mit Video

„Wall Street: Geld schläft nicht“: Gordon Gekko ist zurück

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Mit der Fortsetzung seines Kultfilms von 1987 hat sich Regisseur Oliver Stone verspekuliert: „Wall Street: Geld schläft nicht“ ist ein belangloser Streifen, in dem einzig Michael Douglas als Gordon Gekko überzeugen kann.
Michael Douglas spielt in „Wall Street: Geld schläft nicht“ noch einmal Gordon Gekko.

Michael Douglas spielt in „Wall Street: Geld schläft nicht“ noch einmal Gordon Gekko.

© 20th Century Fox

Die Handlung setzt im Jahr 2001 ein: Als Gordon Gekko (Michael Douglas) nach seiner Haftstrafe aus dem Gefängnis freikommt, ist kein Mensch für ihn da. Seine Tochter Winnie (Carey Mulligan) hat ihm nie verziehen, dass er nicht zur Stelle war, als ihr Bruder im Drogensumpf unterging. Jahre später beginnt sie jedoch – trotz der schlechten Erfahrungen mit ihrem Vater – eine Beziehung mit dem aufstrebenden Wall-Street-Broker Jacob Moore (Shia LaBeouf). Als er von den Spannungen zwischen Gordon und Winnie erfährt, will er die beiden wieder versöhnen.

Doch schon bald hat der junge Broker ganz andere Probleme: Nach einem Börsencrash nimmt sich sein Mentor Louis Zabel (Frank Langella) das Leben – und wenig später gerät Jacob mit dem skrupellosen Bretton James (Josh Brolin) aneinander. Derweil versucht Gordon, wieder ans große Geld zu kommen...

Was hat sich Oliver Stone nur dabei gedacht? Warum setzt er „Wall Street“ fort? Hätte man den Film von 1987 nicht einfach für sich stehen lassen können? Klar, das Thema „Finanzkrise“ ist auch 2010 immer noch aktuell – wobei ich's langsam echt nicht mehr hören kann –, Michael Douglas hat für den ersten Teil einen Oscar bekommen, und der Film genießt Kultstatus. Alles Faktoren, die einen zweiten Teil rechtfertigen. Das Problem ist nur: „Wall Street: Geld schläft nicht“ hat ein totlangweiliges Drehbuch. Keine Spannung, keine Höhepunkte, und es bietet nichts Neues. Hat man alles schon x-mal im Kino gesehen. Und meistens auch besser.

Während der erste Teil raffiniert und vielschichtig das Spiel um Geld, Macht und Sex in der Brokerszene präsentiert, plätschert die Fortsetzung mit abgegriffenen Sprüchen und Pseudoweisheiten vor sich hin. Dabei hat „Wall Street: Geld schläft nicht“ doch eigentlich das Potenzial, einen kritischen Blick auf die weltweit angeschlagene Finanzsituation zu werfen. Irgendwie scheint es, dass Regisseur Oliver Stone, der einst mit politisch brisanten Filmen wie „Geboren am 4. Juli“, „JFK – Tatort Dallas“ und „Natural Born Killers“ für Aufsehen sorgte, seinen Biss verloren hat.

Abseits der Wall-Street-Handlung sollen das zerrüttete Verhältnis von Gordon und seiner Tochter und die Beziehung zwischen Jacob und Winnie für zusätzliche Dramatik sorgen. Doch das funktioniert nur bedingt, da einen die Schicksale emotional nicht berühren. Vor allem Jacob ist als Figur zu glatt angelegt, ihm fehlen Ecken und Kanten. Nach den „Transformers“-Filmen und „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ hat Shia LaBeouf auch hier wieder eine farblose Rolle. Was besonders schade ist, da er schauspielerisch definitiv mehr kann, wie man jüngst beispielsweise in „New York, I Love You“ gesehen hat. Auch die oscarnominierten Nebendarsteller Josh Brolin (2009 für „Milk“) und Carey Mulligan (2010 für „An Education“) wirken unterfordert, können ihren Figuren aber immerhin etwas Profil verleihen.

Einzig Michael Douglas kann als zwielichtiger Gordon Gekko in „Wall Street: Geld schläft nicht“ vollends überzeugen – auch wenn er nicht ganz an seine oscarprämierte Leistung im Vorgänger herankommt. Sobald er genüsslich seine Zigarre im Mund hat und mit nach hinten gegelten Haaren am Schreitisch sitzt, fühlt man sich an die besten Szenen aus dem Original erinnert.

Fazit: Geld schläft nicht, der Zuschauer stellenweise schon. Die „Wall Street“-Fortsetzung ist ein belangloser Film, den Michael Douglas durch sein Schauspiel halbwegs erträglich macht. Lieber noch mal den ersten Teil ansehen.

Bewertung: 4/10

Ähnliche Filme: „Wall Street: Geld schläft nicht“ könnte dir gefallen, wenn du „Wall Street“ (1987), „Im Auftrag des Teufels“ (1997) und „An jedem verdammten Sonntag“ (1999) mochtest.

Kinostart: 21. Oktober 2010

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