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2500 Fans feiern Slayer auf der Gilde Parkbühne

Thrash-Metal-Band 2500 Fans feiern Slayer auf der Gilde Parkbühne

Alles andere als leise: Die Thrash-Metal-Band Slayer hat die Trommelfelle ihrer Fans auf der Gilde Parkbühne in Hannover ordentlich strapaziert. Neben Hits aus dem aktuellen Album "Repentless" waren es vor allen Dingen die alten Songs, welche die Menge begeisterten.

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Alles andere als leise: Slayer auf der Gilde Parkbühne.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Als Slayer auf die Bühne treten, kommt die Sonne raus. Mitbekommen hat das wahrscheinlich niemand. Nicht der bereits etwas ältere Mann in kurzen Hosen, der vor dem Bierstand für die nächsten 85 Minuten Luftgitarre spielen wird, und wohl auch nicht die anderen rund 2500 Fans in der Parkbühne in Hannover, die ihre Metal-Helden feiern wollen.

Denn in der Open-Air-Arena geht an diesem Dienstagabend die Welt unter. Dort, wo sonst Helge Schneider blödelt, wo Fußballfans feiern und Feel-Good-Movies den Freunden des Open-Air-Kinos die Nacht versüßen, erklingt der Soundtrack zur Apokalypse. Genau so hat die kalifornische Band Slayer vor ein paar Jahren ihre Best-of-Platte genannt und dabei kein bisschen übertrieben. Wenn Gitarrist Kerry King (schwarzer Bart, Glatze) in die Saiten greift und Tom Araya (lange Haare, weißer Bart) ans Mikrofon tritt, dann geht es um die Dinge, die aus dem Leben die Hölle machen. In den Anfangstagen der Band in den guten, alten Heavy-Metal-Achtzigern wäre das wörtlich zu verstehen gewesen. Irgendwo in den Texten lauerte immer der Leibhaftige, und der war auf blutige Vergeltung aus. Die Jungs waren damals eben gerade der Pubertät entwachsen, aber sie erfanden eine neue Art der Musik. Sie nannte sich Thrash Metal und war schneller, aggressiver, böser als alles bisher gehörte - und gleichzeitig erfolgreich. Hölle, Hölle, Hölle.

Thrash-Metal von Slayer auf der Gilde Parkbühne in Hannover.

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Inzwischen wird weniger geköpft, gefoltert und gevierteilt in den Texten der Band, doch um Mord und Totschlag geht es immer noch - nur eben systembedingt. Krieg, Massenmord, Terror, das Böse lauert nun mal überall. Mit einem Wutausbruch gegen die Gesellschaft gehen Slayer gegen 20.30 Uhr auf die Bühne. „Playing this shit is all that keeps me alive“, schreit Bassist und Sänger Araya heraus. Hass auf die Gesellschaft, Hass auf das Leben, den Ruhm, da kann man ja nur Musik machen. Ziemlich laute, kompromisslose Musik. Zwei Gitarren, Schlagzeug, Bass, schwarzes Leder, Nieten: Slayer ziehen ihr Ding durch. „Repentless“ ("Оhne Reue") heißt der Song zum Auftakt, er ist von der aktuellen gleichnamigen Platte, die mal wieder beweist, dass Slayer eine der wenigen Bands sind, die auch im 35. Jahr noch die Metalwelt erschüttern können. Danach geht es Schlag auf Schlag: „Die by the Sword“, „Born of Fire“, „Disciple“ folgen. Vier Songs in knapp 15 Minuten, dann kurz duchschnaufen.

Insgesamt 18 Titel hat die Band im Programm. Schwerpunkt Achtzigerjahre, aber auch die aktuelle Platte kommt nicht zu kurz. Fünf Songs sind dabei, „Take Control“ erweist sich dabei als Höhepunkt. Doch die echten Favoriten der Fans, das zeigt sich danach, sind eben doch von den klassischen Alben, also rund 30 Jahre alt. Mit einem beeindruckend dichten, präzise gespielten und unglaublich sauber klingendem „Raining Blood“ geht das Konzert zu Ende. Vorerst. Zwei Zugaben folgen: „South of Heaven“ und „Angel of Death“, letzteres ist dem verstorbenen Bandgründer und früheren Gitarristen Jeff Hanneman gewidmet. Danach Stille.

Ralf Heußinger

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