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4600 Fans singen mit Clueso in der Swiss Life Hall

Konzert 4600 Fans singen mit Clueso in der Swiss Life Hall

„Ich kann den Wind nicht ändern / nur die Segel drehen“ – mit seinem aktuellen Album „Neuanfang“ hat der deutsche Sänger Clueso genau das getan: Band, Management, Wohnsituation verändert – und dabei nicht gerade Fahrtwind verloren. Am Sonntag führte ihn die aktuelle Tour in die Swiss Life Hall nach Hannover.

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Quelle: Heusel

Hannover. Gleich zu Anfang singt Clueso "Neue Luft", für den Clueso-Sound verhältnismäßig harte Beats leiten damit den Abend ein, mit dem dann folgenden, über zehn Jahre alten Reggae-Song "Love the People" zeigt er die Bandbreite seines Stils. Und endlich, beim dritten Song, ist das Publikum angeheizt, reckt Arme in die Luft, ist textsicher beim Refrain von "Achterbahn".  "Und ich fühl mich gut / denn es fühlt sich so gut an“, singt er da, und wenngleich eine der textlich schwächeren Stellen – Clueso scheint zufrieden mit dem Verlauf seiner Karriere. Das kann er auch, bei einer fast ausverkauften Konzerthalle und Topplatzierungen in den Charts.

4600 Fans singen mit Clueso in der Swiss Life Hall.

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"Bei mir ist viel passiert inzwischen", sind seine ersten Worte ans Publikum, er meint damit den "Neuanfang", wie eben auch sein aktuelles Album heißt. "Nichts ist schwieriger als einfach zu gehen", singt er dann im gleichnamigen Song begleitet von enthusiastisch mitsingenden Fans - trotzdem ist Clueso vor zwei Jahren gegangen: Nach seinem Nummer-Eins-Album „Stadtrandlichter“ (2014) hat er sein Management verlassen, nach 14 Jahren auch die Band, sogar von der WG in eine eigene Wohnung ist Clueso gezogen. Es folgte das Album „Neuanfang“. Und man fragt sich: Was bedeutet es eigentlich, neu anzufangen? 

Bei Clueso, eigentlich Thomas Hübner, bedeutet der Neuanfang jedenfalls weder eine Generalüberholung noch die Solokarriere, der 37-Jährige stand ja immer schon für sich selbst. Die neuen Songs mögen an mancher Stelle rauer sein, einen musikalischen Bruch gibt es jedoch nicht. Immer noch steht da vorne der Junge von nebenan, mit diesem schelmischem Charme, der sein Publikum mit einer herausragend gut eingespielten achtköpfigen Band zwei Stunden lang mal feinfühlig balladig mit "Wenn du liebst", mal beatboxend und rappend abholt. Und das Publikum ist gut drauf, Call and Response funktionieren ebenso wie Mitsingen, nicht nur bei den Hits  "Chicago", „Gewinner“, "Freidrehen" und „Cello“, eigentlich ein Duett mit Udo Lindenberg - über den Clueso einige Anekdoten bereit hält.

Einige Songs, die er an diesem Abend spielt, sind Affirmation seiner Entscheidung, vor zwei Jahren die Rahmenbedingungen zu ändern. „Jeder geht seinen Weg allein / so wie er meint“ singt er in „Jeder lebt für sich allein“. Warum auch nicht? Manchmal muss man Dinge vor anderen rechtfertigen, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Und der Mann, der da auf der Bühne steht, so authentisch zwischen Schelm und Träumer, scheint aufgeräumt zu sein. 

Von Katharina Derlin

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