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Kultur Altwerden kennt keine Tabus
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00:00 02.03.2012
Hanna Legatis und Martin G. Kunze zeigen, was man alles im Alter machen kann. Quelle: Surrey
Hannover

Die neuen Alten, das ist die Generation der 68er. Aufgewachsen mit Beatles, Stones und politischem Protest können sie sich Stricken als Hobby im Alter ebenso wenig vorstellen wie Musikantenstadl. Doch mit Sinn- und Identitätskrisen haben auch sie zu kämpfen.

Die Schrulligkeiten, bangen Fragen und neuen Möglichkeiten der neuen Alten hat das Ensemble „Theaterinitiative Bühnensturm“ um den Schauspieler Martin G. Kunze in einer Revue verarbeitet. Das Stück „Mensch, Alter!“ feiert am Dienstag, 6. März, im Pavillon am Weißekreuzplatz Premiere.

Ganze 30 Lebensjahre hätten Europäer allein im vergangenen Jahrhundert hinzugewonnen, hat die Europäische Union festgestellt und das Jahr 2012 kurzum zum Jahr für aktives Altern erklärt. Grund genug für Kunze, sich näher mit dem Thema Alter zu beschäftigen und humorvoll auf die Bühne zu bringen. „Wir werden immer älter, aber nur wenige begreifen die zusätzlichen Jahre als Geschenk. Wir wollen den Menschen zeigen, was man alles daraus machen kann“, sagt Kunze.

Verpackt ist die Botschaft in Satire, feine Ironie oder gar nicht. Auch vor unangenehmen Themen macht das Ensemble nicht Halt, obwohl sich eine positive Grundhaltung durch das Stück zieht. „Bei uns gibt es keine Tabuthemen. Sterben und Tod spielen in dem Stück ebenso eine Rolle wie Erotik im Alter“, sagt Kunze. Eigentlich ist es auch kein Stück, sondern eher eine Aneinanderreihung von Szenen, die inhaltlich ihr eigenes Thema haben. Der rote Faden, der die einzelnen Teile zusammenhält, sind die beiden Schauspieler. Kunze und seine Lebensgefährtin Hanna Legatis schlüpfen dafür in unterschiedliche Rollen und spielen Lebenssituationen, die das Publikum egal welchen Alters sicher schon selbst einmal in ähnlicher Form erlebt hat.

In überspitzter Form bringen der 70-jährige Kunze und die 58-jährige Legatis unter der Regie von Kunzes 42-jähriger Tochter Johanna unterschiedliche Typen auf die Bühne. Etwa den Mann, der krampfhaft wie ein junger Kerl wirken will, oder die Frau, die mit ihren sich vermehrenden Falten nicht zurecht kommt. „Wir wollen, dass die Menschen verstehen, dass Altern nichts Schlimmes ist, sondern sehr viele Möglichkeiten bietet“, sagt Legatis. Auch ihre eigenen Erlebnisse mit dem Älterwerden ließen die beiden in die Revue einfließen, wobei manches nicht so leicht war, wie sie es sich dachten. „Ich halte mich eigentlich für sehr offen im Umgang mit dem Alter. Aber manche Szenen fielen mir doch erst schwer, weil sie mich zwangen, selbst über das Thema für mich nachzudenken“, sagt Legatis.

Insgesamt ist die Revue jedoch ein heiteres Stück, das zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen soll. „Wenn bei den neuen Alten das Alter keine Rolle mehr spielt, so wäre das ein tolles Vorbild für die nachkommenden Generationen“, sagt Kunze.

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