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Am Donnerstag wird draußen geprobt

La Traviata im Maschpark Am Donnerstag wird draußen geprobt

Mittwoch wird draußen geprobt: Nach den Vorbereitungen im NDR-Sendesaal geht es am Spätnachmittag zur ersten Open-Air-Probe von „La Traviata“ in den Maschpark. Am Donnerstag ist dann die fürs Publikum zugängliche Generalprobe.

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Die Klassik-Openairs der vergangenen Jahre (hier "Tosca" von 2014) waren ein voller Erfolg.

Quelle: Archiv

Hannover. Nach den Vorbereitungen im NDR-Sendesaal geht es Mittwoch am Spätnachmittag zur ersten Open-Air-Probe von „La Traviata“ in den Maschpark. „Gegen 17.30 Uhr beginnen wir“, sagt NDR-Aufnahmeleiter Uwe Rokahr. Spaziergänger können von dem Durchlauf jedoch nichts sehen. Auch wird der Park am Mittwoch nicht beschallt, betont Rokahr. Eventuell bekommen Neugierige jedoch vom Park aus ein bisschen von der Verdi-Musik und von dem Gesang mit.

Am Donnerstag ist dann Generalprobe. Sowohl die Generalprobe als auch die Aufführung am Sonnabend, 23. Juli, sind seit Langem ausverkauft. Der NDR überträgt „La Traviata“ jedoch an beiden Abenden von 21 Uhr an kostenlos auf einer Großbildleinwand in den Maschpark.

In den Vorjahren hat sich gezeigt: Die Hannoveraner lieben es, mit Picknickdecke und -korb in den Maschpark zu ziehen und dort die Opern-Übertragung auf der Leinwand zu verfolgen. Oder zumindest die Musik zu hören. Das war im vergangenen Jahr bei „La Bohème“ so und auch 2014 bei „Tosca“. NDR-Aufnahmeleiter Rokahr kann keine speziellen Plätze in der Grünanlage empfehlen – ratsam ist es allerdings, früh in den Park zu kommen. Dann hat man eine Chance, einen Platz vor der Leinwand zu ergattern.

Regenjacke statt Opernkleid: Die Wetterprognose für Donnerstag und Sonnabend sagt derzeit eher mäßiges Wetter mit Wind und eventuell auch Regen voraus. Für die zahlenden Zuschauer auf der Tribüne teilt der NDR im Fall des Falles Regenponchos aus. Schirme sind dort nicht erwünscht. Zaungäste im Maschpark müssen auf eigene Faust für regenfeste Kleidung sorgen.

„La Traviata“ im Fernsehen und im Radio: Wer kein Ticket bekommen hat und es am Donnerstag oder Sonnabend auch nicht in den Maschpark schafft, kann „La Traviata“ dennoch sehen oder hören – und das sogar ganz gemütlich und im Trockenen. Der NDR stellt zehn Kameras auf, um die Inszenierung der kanadischen Dirigentin Keri-Lynn Wilson zu filmen. Der NDR zeigt die Open-Air-Oper am Sonnabend zeitversetzt von 21.45 bis 23.45 Uhr. Im Radio ist die Oper live bei NDR Kultur zu hören. Auf der Internetseite des Senders kann man die Vorstellung live als Stream verfolgen.

Seit Monaten haben sie beim NDR auf sie gewartet, nun sitzen die Sänger für die Opernaufführungen im Maschpark brav aufgereiht auf der Bühne des Funkhauses. Normalerweise ist man bei der Radiophilharmonie höchstens einen Solisten gewohnt. Jetzt sind es neun. Und obwohl sich alle betont entspannt geben und manche von ihnen sogar beim Singen mit übergeschlagenen Beinen auf dem Stuhl sitzen, ist die aufgekratzte Stimmung im Sendesaal deutlich zu spüren. Die erste Probe für eine Opernproduktion ist ein aufregendes Ereignis. Zum ersten Mal kommen die Sänger und die Dirigentin Keri-Lynn Wilson zusammen. Nur das Orchester ist noch nicht dabei: Für das Kennenlernen begnügt man sich mit Klavierbegleitung.

So lief die Generalprobe im NDR-Funkhaus

Manche von ihnen sind sich allerdings schon andernorts begegnet, wie etwa die Sänger der beiden Hauptrollen: Marina Rebeka und Francesco Demuro haben Giuseppe Verdis „La Traviata“ (Italienisch für: Die vom Wege Abgekommene) schon einmal an der New Yorker Metropolitan Opera zusammen gesungen - damals wäre die Vorstellung fast abgesagt worden, weil der eigentlich vorgesehene Tenor kurz vor Beginn ausgefallen war. Im letzten Moment sprang Demuro ein, und die Oper konnte mit einer halben Stunde Verspätung über die Bühne gehen.

In Hannover ist es nun umgekehrt. Eigentlich sollte Anita Hartig die Partie der Violetta übernehmen, doch weil die erkrankt absagen musste, übernimmt nun Rebeka. Ein Problem scheint das nicht zu sein: Der nervenaufreibende Opernabend in New York hat die lettische Sopranistin und den italienischen Tenor offenbar zusammengeschweißt: Schon bei der Probe tauschen sie die ersten (rollengerechten) Küsschen.

Die kanadische Dirigentin weist ihre Solisten derweil auf Italienisch ein - die Sprache der Musik ist den Sängern aus aller Herren Länder schließlich fast so vertraut wie ihre Heimatsprachen. Viel zu sagen gibt es allerdings nicht.

Wilson erklärt den Aufbau der Bühne und antwortet auf die Frage, wo genau der Chor stehen wird. Dann hebt sie den Taktstock, der Pianist beginnt zu spielen. Und spätestens, wenn Mariana Rebekas Sopran nach ein paar Takten zum ersten Mal allein zu hören ist, dürfte allen Beteiligten klar sein, dass einem wunderbaren Opernabend jetzt nichts mehr im Weg steht.

von Stefan Arndt und Martina Sulner

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