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Kultur Amerikanischer Dirigent leitet Neujahrskonzert
Nachrichten Kultur Amerikanischer Dirigent leitet Neujahrskonzert
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00:15 05.01.2018
Neujahrskonzert in der Staatsoper. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

 Das Jahr wird viel Neues bringen, da ist es doch ganz schön, wenn es mit Gewohntem beginnt. Ein Besuch im Neujahrskonzert des Staatsorchesters ist dabei seit Jahren ein besonders beliebtes Ritual: Die Oper ist an diesem Tag verlässlich zweimal hintereinander bis unters Dach ausverkauft. Anders als in Wien, wo man ganz auf Walzer, Polkas und Galopps setzt, ist das Programm im blumengeschmückten Opernhaus aber immer wieder eine Überraschung. Fest steht nur die besondere Zugabe: Beim alljährlichen „Radetzkymarsch“ regnen Luftballons von der Saaldecke und verleihen dem Schlussapplaus zusätzlichen Knalleffekt.

Vögel und Piraten 

Der rote Faden im diesjährigen Neujahrskonzert passt so gut zum Anlass, dass man sich wundern muss, warum er eigentlich nicht viel öfter aufgegriffen wird: Auf dem Programm standen nur Ouvertüren und Vorspiele. In chronologischer Reihenfolge führte die musikalische Reise dabei von Gioachino Rossini, der mit seiner Ouvertüre zu „Die diebische Elster“ für druckvollen Anschub sorgte. Dass das Vorspiel bedeutungsvoller sein kann als das ganze restliche Stück, war bei Arthur Sullivan zu ahnen, dessen britische Operette „Die Piraten von Penzance“ einer reichlich abstrusen Handlung zu folgen scheint. Und beim Strauß-Nachfolger Carl Michael Ziehrer und seiner 1911 entstandenen Operette „Ball bei Hof“ kam sogar der sonst so eloquente Moderator Klaus Angermann in Bedrängnis: Das Stück ist so weit vergessen, dass er nicht einmal eine Zusammenfassung der Handlung finden konnte. 

Um Worte nicht verlegen war Angermann dagegen, wenn es darum ging, den Dirigenten vorzustellen: Als „raumgreifend und graziös“ ist Joseph R. Olefirowicz ebenso charmant wie treffend beschrieben. Der Amerikaner ist seit Langem der erste Gastdirigent im Neujahrskonzert, das in den vergangenen Jahren immer Chefsache war. Dass er Spezialist für Musicals ist, konnte er nun neben der „West Side Story“, die er in Hannover einstudiert hat, auch in Ouvertüren zu Stücken von Jerome Kern, Richard Rodgers, Irving Berlin und anderen unter Beweis stellen, die dem neuen Jahr eine klar amerikanische Prägung verliehen. 

Das gut ausgeschlafene Staatsorchester folgte Olefirowicz’ detailscharfer, manchmal vielleicht etwas selbstverliebter Zeichengebung mit viel Schwung und Präzision und ließ dabei vor allem in den Blechbläsern auch Qualitäten als Bigband erkennen. Am Ende dirigierte Olefirowicz noch das klatschende Publikum mit Humor und Durchsetzungsvermögen. Ein vergnüglicher Start in die diesjährige Konzertsaison.

Von Stefan Arndt

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