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Auf ein Selfie mit Andreas Bourani

Nachholkonzert in der Tui Arena Auf ein Selfie mit Andreas Bourani

„Ich hoffe, ihr wollt es nochmal mit mir versuchen“: Schmusepopsänger Andreas Bourani holt vor 10.000 Fans in der Tui Arena sein ausgefallenes Konzert vom Februar nach.

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Begeisterte vor 10.000 Fans: Andreas Bourani.

Quelle: Sielski

Hannover. Als hätte das Wetter etwas geahnt, ziehen sich schon den ganzen Tag Wolken über Hannover zusammen, hier und da gibt es kleine Gewitter. Aber als Andreas Bourani kurz vor 21 Uhr unter Jubel die Bühne der Tui-Arena betritt, halten sich nur noch ein paar dunkle, graue Wolken über der schwülen Stadt.

Die Fans in der fast ausverkauften Arena haben lange auf dieses Konzert warten müssen: Ursprünglich war es für Anfang Februar in der Swiss-Life-Hall angesetzt gewesen, aufgrund einer Bronchitis musste Bourani absagen. Nun holt er das Konzert nach, und ist zu diesem Anlass auch gleich – aufgrund hoher Nachfrage – in die größere Tui-Arena umgezogen.

Wegen einer Erkältung hatte Andreas Bourani Anfang des Jahres sein Konzert in Hannover absagen müssen, jetzt kam er zum Nachholtermin in die Tui Arena. 

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„Ich hoffe, ihr wollt es nochmal mit mir versuchen“, sagt er. Und beginnt, über die Bühne zu wieseln, die von einer gigantischen LED-Wand dominiert wird, über die zu jedem seiner Songs eine passende Animation läuft. Dazu bewegt sich Bourani über die Bühne und über den Steg ins Publikum, bleibt, ganz Profi, immer mal wieder stehen, lange genug, dass die Fans dort schnell noch ein Selfie mit ihm machen können. Überhaupt hat Bourani, das muss man ihm lassen, sein Publikum im Griff: Er bringt es charmant zum Mitsingen, widmet wenigstens den Menschen in der ersten Reihe eine Aufmerksamkeit, als sei es nicht die Tui-Arena, sondern eine kleines Clubkonzert, er macht kleine Witzchen zwischendrin.

Im Gegensatz zu Bouranis Auftreten sind seine Lieder von einer eigenartig flachen Traurigkeit erfüllt, die keinen Ausweg kennt, nur die Flucht: Die Flucht ins Selbst, die Abkapselung von allem anderen. Es sind Texte, die vom Durchhalten erzählen, aber auch davon, dass alles in Ordnung ist, bloß nicht drüber nachdenken: „Das ist alles nur in meinem Kopf“, „Es lag die ganze Zeit bei mir“. Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Diese Texte werden mit simplen Harmonien untermalt, über die Bourani mit seiner Stimme diese flache Traurigkeit knödelt, die nur um sich selbst kreist. Bourani unterhält, aber auch das nur knapp. Bouranis Musik kann nicht mehr, und will auch nicht mehr, als bloßer Wohlfühlpop mit freundlicher Unterstützung des Reimwörterdudens und einer bunten Lightshow zu sein. Den rund 10.000 Menschen in der Tui-Arena gefällt es, und vermutlich kommt auch noch der ein oder andere endlos im Radio gedudelte Sommerhit aus Bouranis Ecke. Sei’s drum. Soll ja bald wieder schön werden.     

Von Jan Fischer

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