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Andreas Werth inszeniert „Hotel Mama“ im Neuen Theater

Neues Theater Andreas Werth inszeniert „Hotel Mama“ im Neuen Theater

Warum denn ausziehen? Andreas Werth inszeniert „Hotel Mama“ von Jan-Ferdinand Haas im Neuen Theater

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Auch das W-Lan ist frei im „Hotel Mama“. Szene mit: Fabian Baecker, Natascha Paulick, Kay Szacknys und  Maria Arnold.

Quelle: OLIVER VOSSHAGE

Hannover.  Früher wollten halb oder ganz erwachsene Kinder so schnell wie möglich raus aus dem Elternhaus. Heute haben sich die Dinge umgekehrt: Im Hotel Mama lebt sich halt bequemer als in der freien Wildbahn. „Hotel Mama“ heißt auch das Stück von Jan-Ferdinand Haas, das jetzt in der Regie von Andreas Werth im Neuen Theater Premiere hatte - passenderweise ist das Programmheft mit fünf Sternen garniert. Auszugsunwillig sind hier Oliver, 26 (Fabian Baecker als ewiger Studiumsabbrecher), und Jenny, 24 (Maria Arnold als anfangs nöliger Gruftie-Typ). Perfekter Service durch Mama, aber ja, Mithilfe im Haushalt, ach nee!

Das Stück gefällt dann, wenn es sich - humorvoll zugespitzt - nicht allzu weit von der Wirklichkeit entfernt, sich also eine Wiedererkennung einstellt. Dann trifft so manche Pointe, und im Zuschauerraum gibt es Lacher. Und durchaus gut beobachtet ist auch, dass sich bei den Eltern (Natascha Paulick mit Neigung zu gluckenhaftem Verhalten und Kay Szacknys als Modelleisenbahn-Freak) doch Trennungsschmerz bemerkbar macht, nachdem es mit sanftem Druck gelungen ist, den Nachwuchs des Hauses zu verweisen.

Endlich Freiheit von der Fremdbestimmung? Denkste! Denn nun quartieren sich Opa tochterseitig und Oma sohnseitig ein. Opa Hans ist aus dem Altersheim - Pardon: aus der Seniorenresidenz - entwichen (so krachlebendig wie Werner H. Schuster ihn spielt, fragt man sich, was er dort verloren hatte), während bei Oma Gertrud (Renate Koehler mit Nähe zum Rollenfach Komische Alte) die Wohnung nach einem Rohrbruch unter Wasser steht.

Leider kippt das Stück jetzt nach der Pause in Richtung Klamotte ab. Die beiden Alten müssen mächtig zur aufgesetzten Jugendlichkeit überdrehen, der eher leise Humor weicht grellen Tönen, mit der Wiedererkennung ist es vorbei. Aber natürlich gibt es ein Happy-end, der geplagten mittleren Generation sei es gegönnt.

„Hotel Mama“ steht bis zum 12. Mai auf dem Programm.

Von Ekkehard Böhm

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