Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Andreas Werth inszeniert „Hotel Mama“ im Neuen Theater
Nachrichten Kultur Andreas Werth inszeniert „Hotel Mama“ im Neuen Theater
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:19 11.03.2018
Auch das W-Lan ist frei im „Hotel Mama“. Szene mit: Fabian Baecker, Natascha Paulick, Kay Szacknys und  Maria Arnold. Quelle: OLIVER VOSSHAGE
Anzeige
Hannover

 Früher wollten halb oder ganz erwachsene Kinder so schnell wie möglich raus aus dem Elternhaus. Heute haben sich die Dinge umgekehrt: Im Hotel Mama lebt sich halt bequemer als in der freien Wildbahn. „Hotel Mama“ heißt auch das Stück von Jan-Ferdinand Haas, das jetzt in der Regie von Andreas Werth im Neuen Theater Premiere hatte - passenderweise ist das Programmheft mit fünf Sternen garniert. Auszugsunwillig sind hier Oliver, 26 (Fabian Baecker als ewiger Studiumsabbrecher), und Jenny, 24 (Maria Arnold als anfangs nöliger Gruftie-Typ). Perfekter Service durch Mama, aber ja, Mithilfe im Haushalt, ach nee!

Das Stück gefällt dann, wenn es sich - humorvoll zugespitzt - nicht allzu weit von der Wirklichkeit entfernt, sich also eine Wiedererkennung einstellt. Dann trifft so manche Pointe, und im Zuschauerraum gibt es Lacher. Und durchaus gut beobachtet ist auch, dass sich bei den Eltern (Natascha Paulick mit Neigung zu gluckenhaftem Verhalten und Kay Szacknys als Modelleisenbahn-Freak) doch Trennungsschmerz bemerkbar macht, nachdem es mit sanftem Druck gelungen ist, den Nachwuchs des Hauses zu verweisen.

Endlich Freiheit von der Fremdbestimmung? Denkste! Denn nun quartieren sich Opa tochterseitig und Oma sohnseitig ein. Opa Hans ist aus dem Altersheim - Pardon: aus der Seniorenresidenz - entwichen (so krachlebendig wie Werner H. Schuster ihn spielt, fragt man sich, was er dort verloren hatte), während bei Oma Gertrud (Renate Koehler mit Nähe zum Rollenfach Komische Alte) die Wohnung nach einem Rohrbruch unter Wasser steht.

Leider kippt das Stück jetzt nach der Pause in Richtung Klamotte ab. Die beiden Alten müssen mächtig zur aufgesetzten Jugendlichkeit überdrehen, der eher leise Humor weicht grellen Tönen, mit der Wiedererkennung ist es vorbei. Aber natürlich gibt es ein Happy-end, der geplagten mittleren Generation sei es gegönnt.

„Hotel Mama“ steht bis zum 12. Mai auf dem Programm.

Von Ekkehard Böhm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Goya, Eisenstein, Longo - drei Männer, drei Medien, drei Museen: Die Ausstellung „Proof“ zeigt in den Deichtorhallen künstlerische Visionen menschlichen Leidens und Aufbegehrens

11.03.2018

Lars-Ole Walburg, Intendant des Schauspiels Hannover, hat einen  Vertrag für eine Theaterflatrate mit Studierendenverbänden unterzeichnet. Studenten dürfen damit kostenlos ins Theater – allerdings nicht in jede Vorstellung.

11.03.2018

Die Theaterwerkstatt verwandelt in die Bühne im Pavillon in ein Diskursflugzeug  und fragt nach der Heimat.

11.03.2018
Anzeige