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Kultur Andrew Manzes Mendelssohn-Sinfonien mit der NDR Radiophilharmonie 
Nachrichten Kultur Andrew Manzes Mendelssohn-Sinfonien mit der NDR Radiophilharmonie 
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02:15 08.02.2018
Auf Erfolgskurs: Andrew Manze und die Radiophilharmonie. Quelle:  Foto: Behrens
Hannover

Die Erwartungen waren hoch, doch der Erfolg hat sie noch übertroffen: Mit dem Start einer CD-Produktion der Sinfonien von Felix Mendelssohn wollten die NDR Radiophilharmonie und ihr Chefdirigent Andrew Manze dokumentieren, auf welchem Niveau inzwischen im hannoverschen Funkhaus musiziert wird. Tatsächlich bekam erste Folge mit der ersten und dritten Sinfonie im vergangenen Jahr die erhoffte Aufmerksamkeit: Die Kritiken im In- und Ausland waren positiv, in Deutschland wurde die Aufnahme sogar mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik geadelt. 

Nun erscheint die nächste Folge der Reihe mit der vierten und fünften Sinfonie, der „italienischen“ und der „Reformationssinfonie“. Die Konkurrenz an Aufnahmen mit diesen Stücken ist groß, zudem scheint die Zeit reif für den lange unterschätzen Komponisten – auch die Dirigenten Yannick Nézet-Séguin, John Eliot Gardiner und Antonella Manacorda arbeiten gerade an Gesamtaufnahmen. 

Dass sich die Einspielung aus Hannover auch in diesem Umfeld gut behaupten kann, liegt an einer Qualität der Radiophilharmonie, die Manze in den vergangenen Jahren kultiviert hat: Sie verbindet die Vorzüge eines Kammerensembles mit denen eines Sinfonieorchesters. Mendelssohns sehr präzise formulierter Musik tut es gut, wenn sich wie hier Leichtigkeit mit Intensität paaren. Der Vorwurf, seine Stücke seien nur oberflächlich elegant, wird endgültig absurd, wenn man etwa hört, wie das überschäumende Thema der „Italienischen“ vor seiner Wiederkehr am Ende des ersten Satze für einen Moment in klangende Sehnsuchtsrufe verwandelt. Manze weiß, dass Mendelssohns Pathos nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist: Je heller man seine Musik ausleuchtet, desto dunkler erscheint sie.

Felix Mendelssohn: Sinfonien 4 & 5, NDR Radiophilharmonie, Andrew Manze (Pentatone). Ab 16. Februar im Handel und schon jetzt im NDR Ticketshop erhältlich.

Von Stefan Arndt

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