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Kultur Engelke und Striesow lesen Briefe aus der Weltgeschichte
Nachrichten Kultur Engelke und Striesow lesen Briefe aus der Weltgeschichte
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06:22 13.10.2017
Lesen historisch bedeutende Briefe vor: Anke Engelke und Devid Striesow. Quelle: Behrens
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Hannover

"More Letters Of Note" beginnt im Theater am Aegi mit einem Rezept für Eierkuchen. Anke Engelke verliest es mit gebotener Ernsthaftigkeit. Schließlich ist es nicht irgendein Rezept, sondern ein königliches. Die britische Regentin Elizabeth II schickte es im Jahr 1960 an den US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, weil der ihre Eierkuchen beim vorangegangenen Staatsbesuch besonders gerne mochte. In den beiden Bänden "Letters Of Note" und "More Letters Of Note" trug Herausgeber Shaun Usher über 250 Briefe zusammen.

Anke Engelke und Devid Striesow lesen im Theater am Aegi historisch bedeutende Briefe vor.

Der Moderator Christian Ankowitsch sowie die Schauspieler Anke Engelke und Devid Striesow stellen in ihrer Bühnenshow 30 davon vor. Ankowitsch schildert jeweils kurz die historischen Zusammenhänge und erzählt von den Briefpartnern. Engelke und Striesow tragen abwechselnd den jeweiligen Wortlaut vor. Dabei nehmen sie ihr Publikum mit auf eine heterogene Reise durch die Mentalitätsgeschichte – und durch zahlreiche Facetten menschlichen Empfindens. Fast zwei Stunden lang wechseln sich Liebe, Tragik, Melancholie, Humor, Verschrobenheit und Hingabe in rascher Folge ab.

Briefe mit intimem Inhalt

Eine Hausfrau bedankt sich 1921 beim Erfinder Thomas Edison für die Segnungen ihrer elektrifizierten Welt: „Sie haben das Leben meiner Geschlechtsgenossinnen erst lebenswert gemacht.“ Der Musiker Nick Cave lehnt 1996 einen Musikpreis ab: „Meine Muse ist kein Pferd und ich nehme an keinem Rennen teil.“ Robert Burton erinnert Elizabeth Taylor in einem Abschiedsbrief liebevoll: „Denk immer daran, dass du wahrscheinlich die größte Schauspielerin der Welt bist.“ Und Jack The Ripper schickt George Lusk, dem Anführer der Bürgerwehr von Whitechapel, eine halbe Niere mit den Worten: „Das andere Stück hab‘ ich gebraten und gegessen.“

Zuweilen ist das Vorgelesene so intim, dass das Publikum sich fragen muss, ob manches Detail jemals eine Öffentlichkeit hätte erreichen sollen. Engelke und Striesow haben hingegen offensichtlichen Spaß daran, in so viele Rollen zu schlüpfen. Allerdings fühlen sie sich nur bedingt ein. Manches wirkt oberflächlich und unkonzentriert, als seien die Worte noch ganz neu. Selbst als Engelke einen Brief der Zeichentrickfigur Marge Simpson liest, wirkt das ein wenig fremd – dabei ist sie seit zehn Jahren deren deutsche Synchronsprecherin.

Von Thomas Kaestle

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