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Anna Depenbusch spielt im ausverkauften Pavillon

Ein Quantum Rost Anna Depenbusch spielt im ausverkauften Pavillon

Ein Abend voller musikalischer Energie: Anna Depenbusch ist mit Band und neuem Album im Pavillon aufgetreten. Zu erleben gab es melancholische Powerchansons mit Anleihen bei Tango, Walzer, Jazz und Country - verfeinert mit etwas Kinderreim und Spieluhr.

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Anna Depenbusch mit Band
Hannover, Pavillon: Konzert von Anna Depenbusch mit Band Foto: Samantha Franson

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Anna Depenbusch stand schon einmal auf der Bühne des Pavillon - als Schülerin. Damals habe sie ihre Gesangslehrerin in einer Band vertreten, erzählt sie. Sie war damals schon ehrgeizig, hatte Pläne für ihre Musikkarriere. Nun beginnt sie ihre Deutschland-Tournee im ausverkauften Großen Saal und spielt mit ihrer vierköpfigen Band die Songs ihres neuen Albums „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ erstmals vor einem Publikum.

„Das sind also alles Weltpremieren heute“, freut sie sich. Die Hamburgerin, die sich selbst „detailverliebt“ nennt, überlässt auf der Bühne nichts dem Zufall. Die Inszenierung ist dabei durchaus gelungen. Schummrige Stimmung, Lichterketten und akzentuierende Spots erinnern ein wenig an Varieté, Zirkus oder Jahrmarkt. Die Musik tut das häufig auch. Depenbusch spielt melancholische Powerchansons mit Anleihen bei Tango, Walzer, Jazz und Country - verfeinert mit etwas Kinderreim und Spieluhr.

Ihre Stimme hat live großen Anteil an der auf der Bühne beschworenen musikalischen Energie, sie wirkt deutlich kraftvoller als auf den Alben. Auch Posaune, Cello und Geige prägen den Sound. Depenbuschs Grundhaltung ist romantisch zweifelnd, sie erzählt viel über Trennung und Alleinsein. Dabei gelingen ihr oft zarte Bilder wie der „Sommer aus Papier“. In Mini-Reimen kann sie ganze Geschichten erzählen: „Wir zwei sind vorbei.“

Meist sind es jedoch eher konventionelle Liebesgeschichten, Seufzer in denen sich das Publikum verstanden weiß. Im neuen Song „Alles über Bord“, erzählt Depenbusch vom Hochgefühl des Ausmistens. Die blitzsaubere Geschichte passt gut zur Bühnenwirkung während des ganzen Konzertes. Trotz Intensität und Vielschichtigkeit in Komposition und Performance wirkt vieles konstruiert. Die Sängerin kokettiert mit Leichtigkeit, hebt jedoch nie ganz ab. Ihre Chansons klingen eher deutsch als französisch: Im Hochglanz fehlt ein Quantum Rost. Ein kleines Fleckchen Dreck hier und da könnte für Reibung sorgen, für Überraschungen und jene beiläufige Lässigkeit, die große Chansons ausmacht.

Tipp:

Am Freitag, 31. März, um 20.30 Uhr spielt Julian Dawson im Pavillon

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