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Kultur Archäologen finden Handgranaten aus dem 17. Jahrhundert
Nachrichten Kultur Archäologen finden Handgranaten aus dem 17. Jahrhundert
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17:50 08.06.2011
Ausgrabungsleiter Andreas Hüser mit zwei Bomben aus dem 17. Jahrhundert, im Vorgergrund eine Handgranate. Quelle: dpa
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Diele

Immer neue verborgene Schätze kommen bei der mittelalterlichen Verteidigungsanlage Dieler Schanze im ostfriesischen Rheiderland ans Tageslicht. Forscher präsentierten am Mittwoch Fundstücke aus dem 17. Jahrhundert, die seit 2010 an dem militärischen Bollwerk zwischen Ostfriesland und dem angrenzenden Münsterland ausgegraben wurden. Darunter sind unter anderem als Handgranaten präparierte Hohlkugeln mit Löchern für Schwarzpulver, 64 Kilogramm schwere Bomben sowie weitere Munition.

Zahlreiche Keramikgegenstände zeugen vom Alltag der einst in der Schanze stationierten Soldaten. Die 1580 errichtete Dieler Schanze besteht aus einem System von Wällen und Wassergräben. Bedeutend wurde sie erst im 80-jährigen Krieg, als der Einfall der Spanier drohte. Die Grenzsicherung wurde 1672 aufgegeben. 2010 begann der Archäologe Andreas Hüser von der Ostfriesischen Landschaft mit Ausgrabungen, die im Winter unterbrochen werden mussten. Seitdem wurden rund 10 000 Einzelfunde gereinigt und untersucht sowie einige Gefäße rekonstruiert. Die Spurensammler entdeckten unter anderem einen drei Meter tiefen Brunnen aus Backstein, der zur Wasserversorgung der Söldner diente. Neben Keramik tauchten Fragmente von tönernen Tabakpfeifen, Trinkglasbruchstücke, aber auch Messergriffe aus Horn und Bronze, Glasperlen und ein aus Knochen gefertigter Würfel auf.

Die Ausgrabung stehe kurz vorm Abschluss, die wissenschaftliche Aufarbeitung gehe jedoch weiter, sagte Hüser. Das Forschungsprojekt "Grenzland-Festungsland" der Touristik-Gesellschaft Südliches Ostfriesland wird von EU-Mitteln, dem Land Niedersachsen und niederländischen Provinzen gefördert. Später soll die Dieler Schanze auch touristisch aufgewertet werden.

dpa

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