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Kultur So gut ist das Stück "Die Aristokraten"
Nachrichten Kultur So gut ist das Stück "Die Aristokraten"
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00:16 23.10.2016
Von Ronald Meyer-Arlt
Finden sich im Krieg: Sascha (Carolin Haupt) und Schura (Sebastian Weiss). Quelle: Isabel Machado Rios
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Hannover

Draußen ist Krieg. Und drinnen? Angst. Sehnsucht. Begehren. Und, ja, auch: Liebe.

Die junge Autorin Sasha Marianna Salzmann, die ihre ersten dramatischen Versuche am Schauspiel Hannover unternommen hatte, bevor sie Hausautorin am Berliner Maxim Gorki Theater wurde, hat ein postapokalyptisches Kammerspiel geschrieben. „Die Aristokraten“ wurde jetzt auf der Cumberlandschen Bühne uraufgeführt.

Zwei Personen treten auf: Sascha (Carolin Haupt) und Schura (Sebastian Weiss). Sie lebt in einer große Wohnung irgendwo im Kriegsgebiet, plötzlich steht er vor der Tür, zerlumpt und stinkend. Sie kennen einander. Früher wurde sie von seiner Familie aufgenommen. Ein älterer Mann (sein Vater?) hat mit ihr geschlafen. Diese Missbrauchsgeschichte in der Kriegsgeschichte ist eine Wendung zu viel – sie ist ein bisschen wohlfeil. Aber ansonsten ist das ein ziemlich starkes Stück über die Liebe in Zeiten des Krieges. Die Sprache ist mal lakonisch, mal geheimnisvoll, nicht exaltiert, aber doch recht eigen.

Einmal sprechen die beiden darüber, ob es besser sei, zu fliehen oder da zubleiben, um nach dem Ende des Krieges etwas Neues aufzubauen. Sie sagt; „Es ist ekelhaft, dass wir überlebt haben.“ Das ist ziemlich stark. Und wenn man in den Himmel blickt, schaut man in den „Arsch Gottes“. So ist das, wenn Krieg ist.

Regisseurin Paulina Neukampf lässt vieles in der Schwebe, konkretisiert nichts, vereinfacht nichts. Einmal gibt es ein schönes Verwandlungsspiel: Schura nimmt Sascha die Perücke vom Kopf. Sie ist mit vielen Haarnadel befestigt. Er schleudert sie auf den Boden und es wirkt, als fielen Bomben. Merkwürdig.

Stark ist auch, wie Carolin Haupt, die forsch und fremd wirkt, an die Grenze der Sprache kommt. Nachdem sie den Witz von den Aristokraten erzählt hat, lacht sie die ganze Skala des Lachens auf und ab: kichernd, gniggernd, prustend, aber immer falsch, nie von Herzen. Und einmal weint sie so lange, bis vom Weinen nur noch ein langes, nicht enden wollendes Wimmern übrig bleibt. So ist das. 's ist Krieg.

Und wie bringt man den auf der Bühne? Vielleicht so: Man hält sich das Mikrofon dicht an die Lippen und beatboxt den Lärm der heutigen Schlacht. Es ist ganz leicht.

Der „Boss“ bespielt gewöhnlich die größten Bühnen der Welt. Das bescheidene Podium der Frankfurter Buchmesse hat Bruce Springsteen bislang noch nicht gekannt. Und doch wird genau das der Ort, an dem der 67-Jährige offen wie selten über sein Rockstar-Leben spricht.

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