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Kultur Grüner wird’s nicht
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11:23 15.07.2017
Von Ronald Meyer-Arlt
Kugeln am Bach: „Freigabe“ von Antonia Jacobsen. Quelle: Meyer-Arlt

Das Thema klingt nach Kunstunterricht: „Verformungen“. Aber es hat auch einen Vorteil: Kein Kunstwerk kann hier ausgeschlossen werden. Denn: Was wäre Kunst ohne Verformungen? Frühere Ausstellungen im Garten des Edelhofs Ricklingen trugen Zwischentitel: „Zwischen Deich und Teich“, „Zwischen Baum und Blume“ und „Zwischen Heilkraut und Wildkraut“ - verständlich, dass das nur eine Zwischenphase sein konnte.

Nun also Verformungen. Eine Jury um die hannoverschen Kuratorin Dagmar Brandt hat 18 Künstler aus der Region ausgewählt, die etwas zum Thema zu sagen haben. Harro Schmidt hat einen Thron aus Ästen und Gartenschläuchen gebastelt. Helmut Hennig hat Blumenkübel so aufeinandergestellt, dass aus ihnen eine Säule wird. Hier bleibt die Form gleich, aber durch Wiederholung entsteht doch eine beachtliche Umformung.

Andere formen die Natur um: Rolf Blume hat sich vom Begriff Jahresringe inspirieren lassen und einige Metallringe ins Geäst gehängt. Michael Zwingmann hat Autoreifen so verformt, dass sie wie Schlingpflanzen wirken, und Minou Davar hat gemeinsam mit Norbert Schittek 80 weiße Regenschirme an Leinen zwischen Bäumen aufgehängt - alles sehr originelle Landschaftsinterventionen.

Manchmal versucht Kunst die Natur zu besiegen (wie im Werk von Anna Grundmann und Christiane Oppermann, die ein gigantisches weißes Tuch aufgehängt haben, das sich in verschiedenen Positionen bewegen lässt und den Rasen verdeckt), manchmal ergibt sich die Kunst auch der Natur. Antonia Jacobsen hat eine feinsinnige Arbeit geschaffen, die der Natur ebenso weise wie elegant den Vortritt lässt. „Der ganze Park ist voller Verformungen. Die Natur verformt sich ständig. Nichts müsste man hinzufügen“ schreibt sie zu ihrem Werk, das den Titel „Freigabe“ trägt.

Ein bisschen freilich hat sie doch hinzugefügt. Sie hat einen Trampelpfad vom Garten zur Beeke angelegt, dem kleinen Bach, der hier am Garten entlangfließt. Sie hat das Ufer befestigt, drei Gartenstühle aufgestellt und lädt die Zuschauer zur Bachschau ein. Das ist so schön! Und es hätte wohl genügt. Aber die Künstlerin will mehr. Dass sie den Betrachter auffordert, kratziges Klettenalbkraut in die Hand zu nehmen und daraus Kugeln zu formen, ist ja noch in Ordnung. Dass man aber seine Sorgen in die Kugeln stecken möge, bevor man beides - Ball und Probleme - in den Bach wirft, ist leider zu viel: Da wird die schöne Naturarbeit zum Ökokitsch.

„Verformungen“: Bis 14. August im Rittergut Edelhof in Ricklingen, Donnerstag bis Sonnabend 15.30 bis 18.30 Uhr, sonntags 12 bis 17 Uhr.

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