Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Schweres, ganz leicht

Philipp Kremer im Kunstverein Langenhagen Schweres, ganz leicht

Die Gemälde des jungen Künstlers Philipp Kremer setzen sich mit dem Thema Macht und Gewalt sowie den damit einhergehenden Täter-Opfer-Verhältnissen auseinander. Jetzt sind sie im Kunstverein Langenhagen zu sehen.

Voriger Artikel
Neues Großprojekt für Kunstfestspiele
Nächster Artikel
Erfolgsregisseur Jonathan Demme gestorben
Quelle: Schacht

Hannover. Wer solche Nachbarn hat, braucht keine Feinde mehr: Beengend und beängstigend zugleich zwängen zwei Figuren eine dritte ein, das Knie über deren Bein geschlagen, die Ellenbogen auf den Schultern ihres Opfers, das sichtlich unglücklich dreinschaut.

Mehr Details sind nicht nötig, um zu wissen, dass dies ein Bild der Bedrängnis ist. Dass die Täter gesichtslose Schemen bleiben und das Opfer wie um Hilfe bittend den Betrachter des Bildes anschaut - das gehört zur ausgefeilten Strategie dieser Arbeit, die mit leichter Hand, souveränem Strich und vielleicht gerade deshalb so erstaunlich aussagekräftig auf die Leinwand geworfen ist. Denn erst beim Nähertreten wird erkennbar, dass das monochrome Rot, Grün und Blau in wedelnder Schraffur aufgetragen ist, die weitere Details offenbart - wobei ein Strich genügt, um Finger oder Schlips, eine Augenbraue oder auch das männliche Geschlecht anzudeuten.

Die Gemälde des jungen Künstlers Philipp Kremer setzen sich mit dem Thema Macht und Gewalt sowie den damit einhergehenden Täter-Opfer-Verhältnissen auseinander. Jetzt sind sie im Kunstverein Langenhagen zu sehen.

Zur Bildergalerie

Das Gemälde ist eines der Werke des jungen Künstlers Philipp Kremer, die jetzt im Kunstverein Langenhagen zu sehen sind und sich mit dem Thema Macht und Gewalt sowie den damit einhergehenden Täter-Opfer-Verhältnissen auseinandersetzen. Kennzeichnen solche Verhältnisse das zwischenmenschliche Miteinander? „Ich nehme mir in meiner Malerei seit einigen Jahren soziale Situationen vor“, sagt Philipp Kremer dazu, „und diesmal eben die Folgen von Dominanz und Gewalt.“

„Soft People“ heißt ironischerweise die Werkgruppe, in der sich Kremer solch sozialen Härten widmet. Und so heißt auch die Ausstellung, die für den Kunstverein eine Premiere in doppeltem Sinne ist: Zum einen widmet er sich damit nach vielen skulpturalen und performativen Ausstellungen erstmals wieder der Malerei, zum anderen ist dies die erste von der neuen Kunstvereinschefin Noor Mertens kuratierte Ausstellung.

Die 31-Jährige, die zuvor Kuratorin am Museum Boijmans van Beuningen, dem größten Kunstmuseum Rotterdams war, bringt auch frische Ideen zur Kunstvermittlung mit - in diesem Fall ist neben dem üblichen Künstlergespräch in der neuen Reihe „Verwandte Berufsgruppen“ der Auftritt einer Domina geplant. Es geht ja schließlich um Dominanzverhältnisse.

Philipp Kremer: „Soft People“. Bis 25. Juni im Kunstverein Langenhagen, Walsroder Straße 91 A. Eröffnung heute um 19 Uhr. Ein Künstlergespräch mit Philipp Kremer findet am 4. Mai um 19 Uhr statt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Knust, Kanten, Scherzel: Was sagt man wo zum Anfang und Ende vom Brot?

Knust oder Kanten, Knäppchen oder Knietzchen, Kruste oder Scherzel: Was sagt man wo zum Anfang und Ende vom Brot? Sprachwissenschaftler haben einige interessante Begriffe zusammengetragen.