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Kultur Ausstellung mit Karikaturen von Ronald Searle in Hannover
Nachrichten Kultur Ausstellung mit Karikaturen von Ronald Searle in Hannover
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15:02 02.03.2010
Kuratorin Gisela Vetter-Liebenow zeigt eine Zeichnung des britischen Künstlers Ronald Searle. Quelle: dpa

Von diesem Sonntag an sind 180 Zeichnungen und Skizzenbücher zu sehen. Die Werke stammen aus einer rund 75-jährigen Schaffenszeit, in der sich Searle nicht nur gesellschaftskritischen Themen widmete. Auch viele politische Karikaturen tragen seine Unterschrift.

„Searle hat uns einen Vorlass überlassen oder wie mein Großvater sagen würde, er hat uns seinen Nachlass mit warmer Hand übergeben“, sagte Museumsdirektor Prof. Hans Joachim Neyer am Freitag. Da der Karikaturist seine Werke in guten Händen wissen wollte, überließ er dem Museum 41 Kisten mit über 2000 Skizzen und Zeichnungen.

Die fast 75-jährige Schaffenszeit des Engländers umfasst Werke, die von politischen bis zu gesellschaftlichkritischen Karikaturen reichen. So setzt sich der 89-Jährige mit Tusche und Feder zum Beispiel mit dem Afghanistan-Krieg auseinander. In „Der nächste Bitte!“ zeichnet Searle einen verdutzen, fast ängstlich wirkenden Soldaten. Mit dem Gewehr in der Hand und dem Sarg auf dem Rücken führt sein Weg geradewegs auf eine mit Rauch geschwängerte Stadt zu, aus der das Minarett einer Moschee herausragt.

Zu den wohl prägendsten Erlebnissen Searles zählt seine Kriegsgefangenschaft im Dschungel von Siam, dem heutigen Thailand. Dort wurde er für den Bau der Siam-Burma-Bahn, der berüchtigten „Brücke am Kwai“ eingesetzt. „Trotz aller bitterer Erfahrungen: Searles spöttischer Blick auf die Eitelkeiten und das Imponiergehabe der Menschen ist nie verletzend, aber immer zutreffend“, sagt Museumssprecherin Ruth Brunngraber-Malottke.

Auch den Konflikt zwischen Katholiken und Muslimen griff der Karikaturist schon früh auf. Eine Zeichnung zeigt einen katholischen Geistlichen, der mit friedfertiger Miene auf eine riesige Staubwolke vor sich schaut. Ihm gegenüber reißt ein muslimischer Geistlicher die Hände hoch, inmitten des Szenarios reiten Kreuzritter mit erhobenen Schwertern wild umher. „Es hat sich nichts geändert“, mag sich der Betrachter denken - und genau so lautet auch der Titel der Zeichnung.

dpa

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