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Kultur Australian Pink Floyd Show
Nachrichten Kultur Australian Pink Floyd Show
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17:31 02.04.2017
Quelle: Franson
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Hannover

Es ist ein fulminantes Konzert, ohne jeden Zweifel. Die Hütte ist voll, die Stimmung ist gut, der Demnächst-in-diesem-Theater-Bildschirm am Bierstand bewirbt Roland Kaiser, haha. Hier stehen Leute, die ihre Lederjacke nach wie vor noch im Bett tragen.

Die Aussies spielen alles Bekannte von „Breathe“ bis „Shine on you crazy Diamond“, sie haben die frühen Pinks im Programm und die späten. Das „Fletcher Memorial Home“ von der letzten Scheibe der alten Truppe ist fast besser als das Original. Das liegt auch an der Anpassung an unser heutiges Hören, mehr Bässe, mehr digitale Brillanz. Toll.

Warum tobt das Publikum nicht? Es sitzt. Es hört zu, konzentriert, zufrieden. Manche bewegen den Oberkörper im Takt. Bei „The Great Gig in the Sky“, bei dem Lorelei McBroom, Emily Lynn und Lara Smiles den damaligen Gesangspart von Clare Torry übernehmen, sieht man (fast) überall glänzende Augen. Nur ihre Zeitlupen-Schubidu-Tanzbewegungen könnten sich die Damen sparen. Die Musiker sind alle fantastisch, meisterhafte Technik, wo man hinhört. Und ja, Chris Barnes singt fast wie Roger Waters. Aber dieses Wörtchen „fast“, das ist der Punkt. Barnes ist nicht Waters. Es sind nicht seine Stücke. Es ist nicht sein eigener im Krieg gebliebener Vater, den Barnes besingt, sondern der von Waters. Da fehlt was. Notwendigerweise. Und es ist nicht nur das spezielle Näseln in Waters Stimme. Deswegen sitzt das Publikum und lauscht und träumt, aber tobt nicht.

Bis zum Schluss. Bis „Run like Hell“ und „Comfortably Numb“. Da kocht der Saal dann doch noch.

Manchmal hilft einem auch die Illusion.

Von Bert Strebe

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