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15:45 08.09.2016
Die Posen sitzen so gut wie die Haare: Axel Rudi Pell im Capitol. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Ein lackschwarzer Doppeldeckerbus mit getönten Scheiben parkt vor dem Capitol. An der Seite prangen in großen weißen Buchstaben drei Worte: Axel Rudi Pell. Drinnen stellt der Hardrocker vor gut 800 Zuschauern sein neues Album „Game of Sins“ vor. Es ist das siebzehnte Studioalbum, seit 26 Jahren ist die Band um den Gitarristen Axel Rudi Pell schon im Geschäft.

Sein neues Album "Game of Sins" präsentierte Axel Rudi Pell im Capitol. 

Das Alter sieht man dem 56-Jährigen nicht an, mit Mopfrisur, goldschimmernder Röhrenhose und Bluse mit Leopardenmuster scheint er direkt den Achtzigern entsprungen. Und genauso traditionsbewusst ist auch sein Heavy Metal: Über dem dröhnenden Duett von Bass und Keyboard spielt der Bandgründer mit Leichtigkeit komplizierte Gitarrensoli. Man spürt ein Vierteljahrhundert Heavy-Metal-Erfahrung: Jede Pose sitzt, jede Geste wirkt bedeutungsschwer. Auch bei Sänger Johnny Gioeli der, schweißnass ab dem zweiten Song, über die Bühne tobt und mit vibrierender Kopfstimme Texte über Freiheit, Kampf und Verlust singt. Bobby Rondinelli sitzt am Schlagzeug, tritt die Sechzehntel in die Bassdrum und betont die Viertel auf den Becken.

Es wird kaum getanzt

Die Becken der Zuschauer bewegen sich dagegen nicht so sehr. Trotz eines Durchschnittsalters von um die vierzig wird viel mit dem Handy gefilmt und wenig getanzt. Platz genug wäre eigentlich da, mit 800 Besuchern ist der Saal gerade mal zur Hälfte gefüllt. Das Im-Takt-Klatschen klappt aber, und spätestens beim Klassiker „Strong as a Rock“ wird auch der Refrain mitgesungen.

Mit auf der Bühne steht übrigens auch ein Niedersachse: Der Keyboarder Ferdy Doernberg kommt aus Barsinghausen und ist seit 1997 fester Bestandteil von Axel Rudi Pell. Am Donnerstagabend steht der schwarz glänzende Tourbus in Leipzig, von da aus geht es weiter durch Deutschland, Österreich, Tschechien und Italien. Ein Ende ist für den Dauerrocker anscheinend nicht in Sicht.     

Von Felix Müller

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