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Kultur "Wir müssen etwas ändern"
Nachrichten Kultur "Wir müssen etwas ändern"
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00:16 04.03.2016
Von Stefan Arndt
„Wir müssen etwas ändern“: Ayat Najafi. Quelle: Katrin Kutter
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Ayat Najafi hat kein Problem. Zumindest kein offizielles. Es läge nichts gegen ihn vor, was ihn bei der Einreise in seine iranische Heimat gefährden könne, sagt der Regisseur bei einem Gespräch im hannoverschen Pavillon. „Aber was heißt das schon?“, fragt er. Im Iran könne man jederzeit verhaftet werden. Gründe genug dafür hat Najafi den Machthabern jedenfalls geliefert. Schon sein letzter Film „Football Undercover“ über ein iranisches Frauenfußballteam wurde in Teheran verboten. Doch der Mut hat den Regisseur, der zurzeit in Deutschland lebt, nicht verlassen. Sein neuer Film „No Land’s Song“, der jetzt in die deutschen Kinos kommt, erzählt nach seinen Worten „von dem Revolutionärsten, was man derzeit im Iran machen kann“: von einem Konzert, in dem Frauen öffentlich singen.

Seit der Kulturrevolution 1979 ist das streng verboten im Land. Der Sologesang einer Frau könnte Männer im Publikum sexuell erregen - und das könne nicht geduldet werden, so die überlieferte Begründung.

Doch Najafi möchte sich nicht mit solchen absurden Bedingungen abfinden. Seine Schwester Sara ist Komponistin. Mit ihr macht er sich daran, ein Konzert mit Sängerinnen im Theater von Teheran zu organisieren. Sein Film erzählt von den Hoffnungen und den Rückschlägen, die die Musiker durchlebt haben, bis es endlich zum großen - natürlich inoffiziellen - Auftritt gekommen ist. Zu den „Verbotenen Stimmen“ gehörten auch prominente ausländische Sängerinnen wie die Tunesierin Emel Mathlouthi, die als Stimme der Jasmin-Revolution erhebliche Popularität in der arabischen Welt genießt.

Mathlouthi wird auch mit von der Partie sein, wenn die Protagonistinnen des Filmes ihr zweites Konzert nach ihrem Auftritt in Teheran geben - am 21. März im hannoverschen Pavillon. Regisseur Najafi hofft, dass dieses Konzert der Auftakt einer großen Tournee werden kann, deren Erfolg auch im Iran wahrgenommen werden wird. „Es ist unsere Aufgabe als Kulturschaffende, die Zivilgesellschaft zu ermutigen“, sagt er. „Wir müssen selbst etwas ändern und nicht warten, bis die Regierung es tut.“

Mit dem Konzert der singenden Frauen hat er bewiesen, dass es möglich ist. Genutzt hat es bislang allerdings wenig: Es ist bis heute das einzige Konzert dieser Art im Iran geblieben.

Am 21. März singen die iranischen Frauen im Pavillon, der Film „No Land’s Song“ ist voraussichtlich am 23., 26. und 27. März im Kino am Raschplatz zu sehen.

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