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Kultur „Barney’s Version“ zeigt einen Mann mit Macken
Nachrichten Kultur „Barney’s Version“ zeigt einen Mann mit Macken
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03:02 15.07.2011
Familiensache: Barney Panofsky (Paul Giamatti, links) mit Vater Izzy (Dustin Hoffman). Quelle: Universal
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Ein strahlender Held ist Barney Panofsky (Paul Giamatti) bestimmt nicht. Aber er hat großen Erfolg als Fernsehproduzent für niveaulose Soaps. Und seine Firma heißt daher auch nicht ohne Grund und Hintersinn „Totally Unnecessary Productions“. Außerdem hat er eine große Schwäche für edle Zigarren, hochprozentigen Alkohol und hübsche Frauen. Und einen hartnäckigen Feind, einen Polizisten, der ihm seit 30 Jahren vergeblich einen Mord nachweisen will und der nun die vermeintliche Mordgeschichte in einem Buch veröffentlicht hat. Anlass für Barney, über die vergangenen Jahrzehnte seines Lebens mal nachzudenken.

So beginnt Richard J. Lewis’ Film „Barney’s Version“, eine Adaption eines Romans des 2001 gestorbenen kanadischen Schriftstellers Mordecai Richler. Und der Zuschauer erfährt in gut zwei Stunden viel über diesen zynisch-verzweifelten jüdischen Produzenten, der ein wenig an Woody Allens Stadtneurotiker erinnert und der einem im Lauf der Geschichte bis zum sentimental süßen Ende immer sympathischer wird – trotz seiner zahlreichen Macken und seiner unberechenbaren Wutausbrüche.

In Rückblenden geht es zurück bis in die siebziger Jahre nach Rom, wo Barney mit seinem besten Freund Boogie (Scott Speedman) von einer Karriere als Künstler träumte und sich verheiratete. Danach folgen seine Anfangsjahre als Produzent in Montreal und seine zweite Ehe mit einer aus einem reichen jüdischen Hause stammenden Schönheit (Minnie Driver). Nach der baldigen Scheidung schließlich seine turbulente Zeit mit seiner dritten Frau, seiner großen Liebe Miriam (Rosamund Pike). Und fast immer dabei als spleeniger Sidekick sein Vater Izzy, den Dustin Hoffman amüsant verkörpert.

Die Geschichten und kleinen Episoden, die hier erzählt werden, sind mal heiter, dann wieder tragisch, aber stets auf angenehmste Art unterhaltsam. Und obwohl das Ende sogar leicht kitschig wirkt, kann man den Film richtig genießen. Was auch an seinen hervorragenden Darstellern liegt, vor allem an Hauptdarsteller Paul Giamatti, der alle Register seines Könnens zieht und so unglaublich melancholisch gucken kann.

Spleenige Komödie, großartige Schauspieler, beste Unterhaltung. Kinos am Raschplatz.

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