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Baselitz-Leihgaben landen im Depot

München und Chemnitz Baselitz-Leihgaben landen im Depot

"Der Verlust der fünf Werke ist schmerzlich": Aus Protest gegen ein geplantes Gesetz will der Maler Georg Baselitz seine Leihgaben aus deutschen Museen zurückhaben. In München und Chemnitz wurden seine Werke jetzt ins Depot gebracht.

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Unter den "Augen" der Baselitz-Skulptur "Mondrians Schwester" laden Restaurator Detlef Gösche (l) und Techniker Michael Mehlhorn das Baselitz-Bild "Rotgrüner" in den Kunstsammlungen Chemnitz (Sachsen) auf einen Transportwagen.

Quelle: dpa

München/Chemnitz. Der Protest von Georg Baselitz (77) gegen das geplante neue Kulturgutschutzgesetz des Bundes hat weitere Konsequenzen: Drei Tage nach dem Dresdner Albertinum haben auch die Pinakothek der Moderne in München und die Chemnitzer Kunstsammlungen Leihgaben des Malers und Bildhauers aus ihren Ausstellung genommen.

Drei Bilder, die bislang in der Münchner Dauerausstellung hingen, wurden am Montagmorgen in der Pinakothek abgenommen, wie eine Sprecherin des Kunstmuseums sagte. Es handelt sich um die Gemälde «Die Freunde VI», «Ein neuer Typ» (beide aus dem Jahr 1966) und «Der Moderne Maler» (1965). «Sie wurden eingepackt und kommen jetzt ins Depot.»

Dort befinden sich noch zwei weitere Baselitz-Leihgaben, die der Künstler aus Protest gegen das geplante Gesetz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ebenfalls aus dem Museum abziehen will. «Wir haben noch 32 Baselitz-Werke, die dem Museum gehören», sagte die Sprecherin. «Trotzdem ist der Verlust der fünf Werke schmerzlich.»

Die Chemnitzer Kunstsammlungen nahmen die beiden Baselitz-Leihgaben «Rotgrüner» von 1965 und «Blick aus dem Fenster» von 1981 am Montag ab und brachten sie ins Depot. «Es ist schade, denn das sind schon wichtige Werke», sagte Direktorin Ingrid Mössinger der Deutschen Presse-Agentur. Das Museum will seinen Baselitz-Raum, in dem noch zwei Bilder aus eigenem Bestand hängen, behalten und die Leerstellen mit Grafik füllen. Sollte das lichttechnisch nicht möglich sein, wird er laut Mössinger mit anderen Werken gefüllt.

Grütters' Pläne zum Schutz von Kulturgütern waren auf massive Kritik gestoßen. Unter der Überschrift «Totreguliert» protestierten mehr als 250 Galeristen, Kunsthändler und Sammler gegen die Pläne. Das Gesetz würde den deutschen Kunsthandel und den musealen Leihverkehr restriktiv kontrollieren und behindern, meinen sie. Grütters hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Mit dem Gesetz werde nur eine längst geltende Regelung für den außereuropäischen Warenverkehr auch auf den EU-Markt angewandt. Leihgaben seien davon nicht betroffen, wenn der Besitzer dies nicht wünsche.

Bereits am Freitag waren im Dresdner Albertinum die zehn Leihgaben von Baselitz aus der ständigen Ausstellung entfernt worden. Neun Gemälde wurden abgehängt und zusammen mit der «Elke»-Holzskulptur ins Depot gebracht, wo sie auf die Abholung warten.

dpa

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