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Kultur "Batman Live" kommt in die TUI-Arena nach Hannover
Nachrichten Kultur "Batman Live" kommt in die TUI-Arena nach Hannover
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21:43 01.08.2011
Schwerpunkt Spektakel: „Batman Live“ holt Gotham City nach Hannover Quelle: Depaepe
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Hannover

Verglichen mit anderen Comic­helden ist Batman ein Schwächling. Superman und Hulk werfen mit Autos um sich, Spiderman hält die Unterwelt mit klebrigen Netzen in Schach. Der Fledermausmann hingegen legt sich lediglich einen Umhang um und setzt einen Helm mit Spitzohren auf, bevor er dem Bösen entgegentritt. Ohne ­Superkräfte, verwundbar, menschlich. Doch gerade das macht die Stärke der Comicfigur aus: Batman ist ein Held aus Fleisch und Blut, ein Idol von nebenan. Die Botschaft lautet: Ein volles Bankkonto und viel Vertrauen in Technik und Training vorausgesetzt, kann jedes Kind eines Tages ein Batman werden. Und so verwundert es kaum, dass die Strahlkraft des schwarzen Rächers seit seinem ersten Auftritt 1939 in dem Magazin „Detective Comics“ ungebrochen ist. Nach Dutzenden Comicreihen, Fernsehserien und Filmen landet die Fledermaus jetzt erstmals auf der Theaterbühne.

Knapp drei Jahre lang hat ein Team aus britischen Theater- und Musicalproduzenten an „Batman Live“ gefeilt, das kürzlich in Manchester Premiere hatte. Demnächst geht das Stück auf Welttournee und ist in Deutschland nach Auftritten in Berlin, Frankfurt und Hamburg ab Ende Februar 2012 in der hannoverschen TUI Arena zu sehen. Die Macher wiederholen seit Monaten, dass es ein solches Bühnenspektakel noch nicht gegeben habe. Von echten Zirkusakrobaten über millionenschwere Animations- und Pyrotechnik bieten sie alles auf, um das Versprechen zu halten – und um, ganz unbescheiden, ein neues Genre aus der Taufe zu heben: das Action-Abenteuer-Theater für die ganze Familie.

Nach der Ankündigung von Batmans erstem Bühnenauftritt spekulierte die Fangemeinde im Internet, was die Zuschauer erwartet. Nach den ersten Aufführungen in Manchester ist nun klar: Es ist kein Kindergeburtstags-Klamauk, kaum etwas erinnert an das „Ouch!-Boing!-Bam!“ der Fernsehserie, in der sich der Held im Strampelanzug durch die Unterwelt boxt. Und nein, das Stück ist auch nicht so düster wie die jüngste Hollywoodversion. Da übte sich Regisseur Christopher Nolan in inhaltlichem Tiefgang und ließ einen moralisch fragwürdigen Rächer gegen einen irren Massenmörder antreten. Stattdessen will „Batman Live“ nah am Comicoriginal von 1940 und doch auf der Höhe der Zeit sein. Es ist der Spagat zwischen einem frischen Plot für Fans und einer Nachmittagsunterhaltung für jedermann.

Der Schwerpunkt liegt indes auf dem Spektakel. Bespielt wird eine Bühne, die 30 Meter weit in den Zuschauerraum ragt. Dafür wurde ein dreidimensionales Gotham City geschaffen, in dem Batman die altbekannten Unholde wie Poison Ivy, den Pinguin und den Riddler durch neblige Häuserschluchten jagt. Auch die geheime Höhle des Helden sowie das Irrenhaus Arkham Asylum, dem die meisten Bösewichte entstammen, wurden nachgebildet. Glanzstück der Bühnenbildner, die sonst für Lady Gaga und Take That Kulissen kreieren, ist eine zwölf Meter hohe Joker-Fratze. Aus den Augenhöhlen und dem Schlund des Oberfieslings kriechen Akrobaten hervor. Über allem schwebt, von Seilen getragen, der schwarze Rächer – wenn er nicht gerade im von einem Formel-1-Konstrukteur gebauten Batmobil durch den Großstadtdschungel donnert. Ein Händchen für solch aufwendige Bühnentechnik hat Produzent Nick Grace schon mit „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ bewiesen. Bis zu elf Meter hohe Urzeitmonster lockten Anfang 2010 Tausende Zuschauer in die TUI Arena.

Damit sich das Publikum nicht in aneinandergereihten Höhepunkten verliert, soll die Geschichte der Begegnung des Helden mit seinem späteren Gefährten Robin das Stück zusammenhalten. Doch es ist vor allem der Joker, der der Fledermaus die Show stehlen wird. Spätestens nach dem Tod des Joker-Darstellers Heath Ledger, der sich kurz nach den Dreharbeiten zum jüngsten Batman-Film „The Dark Knight“ das Leben nahm, hat die Figur Kultstatus erlangt. Und so wird „Batman Live“ auch zu „Joker Live“.

Während der Vorbereitung blickten die Macher mit Argusaugen zum Broadway, wo sich ein anderer Superheld schwertat, erstmals die Bühne zu erklimmen: Das Spiderman-Musical „Turn off the Dark“ wurde von Pannen gebeutelt und hat es erst nach sechs Terminverschiebungen zur Premiere gebracht. Und so ging ein gehöriger Schreck durch die Reihen, als das Batmobil während einer der letzten Proben in London in die Kulissen raste. Die Premiere musste allerdings nicht verschoben werden, denn ein zweites Batmobil stand bereit – dem Budget von 8,5 Millionen Euro sei Dank. Um das Geld wieder einzuspielen, soll „Batman Live“ mindestens zwei Jahre lang die größten Hallen Europas und der USA füllen. Die Produzenten halten es also ganz wie ihr Held: Bloß keine Schwäche zeigen.

„Batman Live“ ist vom 29. Februar bis zum 4. März 2012 in der TUI Arena zu sehen. Karten gibt es im Internet unter www.hannover-concerts.de.

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