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00:16 17.03.2016
Von Stefan Arndt
Ein Spiegelzelt ist für Intendant Ingo Metzmacher „zentraler Bestandteil“ der Kunstfestspiele. Quelle: sp / Sielski
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Hannover

Es ist nicht einfach ein Zelt. Es ist ein mobiler Ballsaal. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen in Belgien transportable Veranstaltungshallen in Mode, die an Zirkusarenen erinnerten, deren Wände aber aus Holz und reich mit Spiegeln verziert waren. Inzwischen sind solche Spiegelzelte als nostalgischer Veranstaltungsort in Deutschland bei Theater- und Literaturfestivals oder kulinarischen Veranstaltungen beliebt. Auch bei den diesjährigen Kunstfestspielen Herrenhausen wird ein solches historisches Zelt als Festivalzentrum zwischen Orangerie und Schloss aufgeschlagen, um dort Kultur, Gastronomie und Tanz auf besondere Art zu verbinden.

Akteure der Kunstfestspiele kochen ihre Lieblingsgerichte

Ein wichtiger Teil des Programms im Zelt, das Festivalintendant Ingo Metzmacher gestern in Herrenhausen vorgestellt hat, werden gemeinsame Essen mit den Akteuren der Kunstfestspiele sein. Musiker wie der Pianist David Fray, die Geigerin Isabelle Faust und die Mitglieder des Hagen Quartetts präsentieren nach ihren jeweiligen Auftritten als Gastköche in der Zeltküche ihre Lieblingsgerichte. Rund 100 Gäste sitzen dann gemeinsam mit den Künstlern und anderen an der jeweiligen Produktion Beteiligten an den Tischen und könne so ein sehr persönliches Künstlergespräch erleben.

Gastgeber dieser kommunikativen Nachtmahlzeiten sind die Köche der Frankfurter „Freitagsküche“, die das Format unter anderem schon bei der Ruhrtriennale erfolgreich angeboten haben. In Hannover wird es vom 15. bis zum 27. Mai insgesamt acht Gelegenheiten geben, sich die Liebe zur Kunst durch den Magen gehen zu lassen. Stephan Buchberger, Dramaturg der Kunstfestspiele, ist überzeugt, damit die Zutaten zu einem ein Erfolgsrezept gefunden zu haben: „Es ist wie sonst auch immer: Die eigentliche Party ist in der Küche“, sagt er und rät zu rechtzeitigem Kartenkauf. Schließlich dürfte auch der Preis dafür sorgen, dass die Tickets für diese Veranstaltungen begehrt sein könnte: Sie kosten nur 12 Euro - Essen inklusive.

Prominente Musiker kostenlos erleben

Sogar bei freiem Eintritt sind die Musiker zu erleben, die die Macher des Lindener Clubs Feinkost Lampe ins Zelt eingeladen haben. Darunter sind prominente musikalische Brückenbauer wie Hauschka, der am 24. Mai moderne Klassiker wie John Cage und den Kunstfestspiel-Stargast Steve Reich mit dem Pop versöhnt. Außerdem werden der Pianist Carlos Cipa (18. Mai) und Newcomer-Bands wie das Trio KUF, dessen am Jazz geschulte Mitglieder sich in die elektronische Tanzmusik aufmachen, und die Klangforscher von Unland (23. Mai) zu erleben sein. Im Anschluss an die Auftritte übernehmen DJs die Bühne.

Von der Zusammenarbeit mit Feinkost Lampe erhofft sich Metzmacher eine Zielgruppe anzusprechen, „die wir bislang noch nicht so beachtet haben“. Nicht nur deshalb ist das Spiegelzelt für ihn „ein zentraler Bestandteil der Kunstfestspiele“. Schon am 12. Mai, dem Vorabend der Eröffnung, spielt das renommierte Hamburger Ensemble Resonanz sein Projekt „sk8night“ für Kammerorchester und DJ im Spiegelzelt.

Während des Festivals vom 13. bis zum 29. Mai ist das Zelt, das rund 300 Besucher fasst, täglich von 11 bis 24 Uhr geöffnet und soll allen Mitwirkenden und Besuchern als Kantine, Café, Bar und allgemeiner Treffpunkt dienen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Karten und weitere Infos unter Telefon: (05 11) 16 84 99 94.

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