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Besucherrekorde in Hannovers Museen

Schlechtes Wetter Besucherrekorde in Hannovers Museen

Es hat fast schon Tradition. In den Juli­wochen ächzen viele Kultureinrichtungen unter einer Sommerflaute. Schließlich wollen bei hochsommer­lichen Temperaturen selbst Kulturbeflissene ihre Zeit lieber im Freien anstatt in Museen oder im Kino verbringen. Doch in diesem Juli war das anders.

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Das Historische Museum will vor allem Fami­lien ansprechen.

Quelle: Finn

Hannover. Die Museen und Kinos zählen zu den Profiteuren des miesen Sommerwetters. Manche Filmtheater und Ausstellungen hatten im Juli fast doppelt so viele Besucher wie sonst zu dieser Zeit. Der Grund für den Besucheransturm ist aber auch eine geschickte Vermarktung.

Rund ein Drittel mehr Besucher als im Juli 2010 kamen in das Historische Museum in Hannover. „Das unbeständige Wetter hat uns in die Hände gespielt“, sagt Sprecherin Britta Sternberg. Dem Zufall hat das Historische Museum die vergleichsweise hohen Besucherzahlen allerdings nicht überlassen. Ein spezielles Sommerprogramm für Kinder sowie die Sonderausstellungen „Grenzerfahrungen“ und „Sag, was war die DDR?“ sollten vor allem Familien ansprechen. „Wir haben uns besonders um Familien bemüht, die in den Sommerferien nicht verreisen“, sagt Sternberg.

Auch das Landesmuseum Hannover, das Sprengel Museum und das Museum August Kestner verzeichnen ein deut­liches Besucherplus. Sie haben ebenfalls auf spezielle Ferienprogramme gesetzt. Das Landesmuseum zählte im Juli dieses Jahres 9700 Gäste und damit fast doppelt so viele Besucher wie im Vergleichs­monat des Vorjahres. Das Museum ­August Kestner zog 34 Prozent mehr Besucher an als im Vorjahr. In das Sprengel Museum kamen rund 10 600 Gäste. Im Juli vergangenen Jahres waren es rund 9000 Besucher.

Isabelle Schwarz vom Sprengel Museum glaubt allerdings nicht, dass es die Besucher nur wegen des schlechten Wetters in die Ausstellungen zieht. Die Wechselausstellung des iranischen Fotografen und „Spectrum“-Preisträgers Bahman Jalali sei unabhängig vom Wetter ein Besuchermagnet. „Die Ausstellung greift ein aktuelles Thema auf, und das interessiert die Besucher“, meint Schwarz.

Von den kühlen Temperaturen profitieren auch die Kinobetreiber. „Durchschnittlich beworbene Filme hätten in heißen Sommerwochen kaum eine Chance gehabt“, sagt Torben Scheller, der die Kinos am Raschplatz, die Hochhaus-Lichtspiele sowie das Apollo-Kino leitet. Damit meint er etwa die Komödie „Ein Tick anders“ von Andi Rogenhagen, das Familienepos „Die Frau, die singt“ von Denis Villeneuve oder das Drama ­„Nader und Simin – Eine Trennung“ des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi. „Das waren schon Überraschungserfolge, die sonst vielleicht nicht möglich gewesen wären.“

Auch die großen Kinos, das Cinemaxx am Raschplatz und in der Nikolaistraße, waren besser frequentiert als im Vorjahr. Arne Schmidt, Sprecher des Cinemaxx-Konzerns, verzeichnet über 40 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr. „Das Wetter ist ein wichtiger Faktor“, sagt er. Doch Blockbuster seien auch bei hochsommerlichen Temperaturen Erfolgs­garanten. „Harry Potter ist in diesem Sommer das Zugpferd“, sagt er. „Da ist das Wetter zweitrangig.“

Stefanie Nickel

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