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Bollywood im Pavillon

Masala-Festival Bollywood im Pavillon

Üppig und farbenprächtig präsentierte sich das Bollywood Masala Orchestra beim vorletzten Tag des Masala-Festivals im Kulturzentrum Pavillon.

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Masalamäßig scharf - das Bollywood Masala Orchestra im Pavillon.

Hannover. Der Feuerschlucker ist der Fakir. Wie bei einem Drachen, frisch aus dem Märchen importiert, entweichen aus seinem Mund die Feuerwolken und züngeln den Scheinwerfern am Bühnenhimmel entgegen. Eben noch hat der Feuerschlucker auf einem Nagelbrett gestanden. Damit nicht genug: Auf den Nägeln tanzend balanciert er einen dickbauchigen Wasserkrug auf dem Kopf. Und zwischen Karaffe und schwarzem Haarschopf sind drei Gläser gestapelt.

Indienreisende wissen es: In diesem gigantischen Reich ist nichts wie sonst, und von allem gibt es mehr als üblich. Das Bollywood Masala Orchestra, das am vorletzten Tag des Masala-Festivals im Pavillon gastiert, macht dabei keine Ausnahme. Zwölf Musiker befinden sich auf der Bühne, darunter vier punktgenaue Trompeter. Das hat es noch nicht gegeben: Brass meets Tabla.

Das Masala-Festival ging am Wochenende mit einem Auftritt des kunterbunten Bollywood Masala Orchestra zu Ende.

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Die Idee zu dem west-östlichen Instrumentenmix stammt von Rahis Bharti, der das Orchester gegründet hat. Er sitzt zwischen Kastagnettenspieler und Trommlern hinter seiner Tabla, den zwei typischen Trommeln, die eine etwas kleiner als die andere, und schlägt aufs Fell. Rhythmus oder Melodie, was ist zuerst da? Die arabesken Abstufungen der indischen Musik verführen die Masala-Fans zum ungehemmten Mitklatschen.

Bollywood Masala Orchestra. Sein Name ist Programm. Wir hören Filmmusiken aus Bollywood-Filmen, den sentimentalen Hindi-Seifenopern, aber auch das Lieblingslied von Rahis Bhartis Großmutter. Der Mann am indischen Harmonium singt die traditionelle Weise herzzerreißend gefühlvoll. Getanzt wird bei diesem Spektakel natürlich auch. Aber was heißt schon tanzen bei den zwei aparten Inderinnen mit den vielen Glöckchen an den Fußknöcheln, mit denen sie ihren Rhythmus verstärken? Zwei Ringe nimmt sich die eine vom Finger, legt sie vor sich auf den Boden, wendet ihnen dann den Rücken zu, um sie mit zu einem U gebeugtem Rücken mit dem Mund aufzunehmen. Die hat Rücken.

Die Kostüme strotzen vor maharadschanischer Phantasie, das Salwar Kamez, die Pluderhose mit dem hemdartigen Kaftan, glitzert in den auffälligsten Farben. Als müsste ein Bengalischer Tiger verscheucht werden. Nach zweieinhalb Stunden endet die Augen- und Ohrenweide, masalamäßig scharf.

Von Alexandra Glanz

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