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Kultur Broilers rocken die Swiss Life Hall
Nachrichten Kultur Broilers rocken die Swiss Life Hall
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19:32 08.03.2017
Broilers Konzert in der Swiss Life Hall Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Es wird gesprungen, gepoged und gesungen – und bei „Wie weit wir gehen“ forderte Sänger Sammy Amara das Publikum auf, die jeweiligen Lieblingsmenschen auf der Schulter zu tragen. „Es ist erst Dienstag, aber ich will, dass wir stimmungsmäßig Samstagnacht erreichen“, fordert Amara – und das Publikum gehorcht: Überall bilden sich Moshpits, viele Fans lassen sich von der Masse quer durch die Halle tragen, Pullover und T-Shirts werden in die Luft geschmissen. „Lasst uns zusammen fliegen“, ruft Amara – und alle springen.

Doch der Sänger mit den irakischen Wurzeln geht es an dem Abend auch darum, Stellung zu beziehen: Den Song „Keine Hymnen“ kündigt er mit einem klaren Statement gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft an. „Bei dem ganzen Fremdenhass wird mir übel – ich will, dass das, was unsere Großeltern erlebt haben, nie wieder möglich ist. Deshalb macht das Maul auf“, ruft er.

Dann geht es weiter mit dem Querschnitt durch die über 20-jährige Bandgeschichte: Amara, Gitarrist Ron Hübner, Schlagzeuger Andi Brügge, Bassistin Ines Maybaum und Keyboarder Chris Kubczak präsentierten einen Mix aus neuen und alten Liedern, wie ihre erste Single „Ruby Light & Dark“ und „Meine Familie“ vom neuen Album „[sic!]“. Man merkt ihnen an, dass sie nach einer dreijährigen Tourpause heiß auf Konzerte sind.

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Broilers-Konzert in der Swiss Life Hall

Und auch die Fans waren hungrig: Selbst bei den Lieder vom neusten Album, das erst vor einem Monat erschien, konnten sie jede Zeile textsicher mitsingen. Doch noch mehr Stimmung kommt bei den älteren Liedern auf. „Meine Sache“ vom 2007 erschienen „Vanitas“-Album ist zwar nie als Single erschienen, ist wohl aber dennoch einer der größten Hits der Band.

„Meine Sache, mein Problem. Ich werd’ nicht untergehen. Statt der weißen Fahne, werdet ihr meinen Mittelfinger sehen“ – den Mittelfinger Richtung Decke gestreckt übertönen die Zuschauer mit ihrem Gesang Amara, der das gesamte Konzert über auf Empfehlung des Publikums den gesamten Abend Herri aus der Flasche trinkt. Nach mehr als zwei Stunden Vollgas ist Schluss. „Wenn ihr wollt, kommen wir wieder“, ruft Amara zum Abschied – 5000 Stimmen zeigen mit ihren Rufen, dass sie das wollen.     

Lisa Malecha

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