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Von Tieren, Elfen – und einem seltsamen Onkel

Büchertipps für Kinder Von Tieren, Elfen – und einem seltsamen Onkel

Fast alle Erstklässler freuen sich, dass es losgeht – und dass sie bald „richtige“ Bücher lesen können. So gemütlich es auch ist, wenn die Eltern einem vorlesen: Selbständig in eine Geschichte einzutauchen, ist etwas Wunderbares. Wir stellen empfehlenswerte Kinderbücher vor.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Schwimmen im Klassenzimmer

Eltern, Tanten und andere Erwachsene werden es vielleicht niemals so richtig verstehen – aber im Moment ist bei Mädchen einfach alles Pastellige (rosa! rosa! rosa!) angesagt. Auch die Prinzessinnen und Meermädchen in dem Buch „Die schönsten Silbengeschichten für Mädchen“ sind auffällig oft in Hellrosa gekleidet und haben lange, blonde Locken. Die Geschichten sind für Leseanfängerinnen konzipiert, die Sätze kurz und gut verständlich und die einzelnen Silben jeweils verschiedenfarbig markiert. In der Geschichte über eine Fee namens Finchen heißt es: „Schule ist toll.“ Allerdings hat sich da das Klassenzimmer schon in ein Schwimmbecken verwandelt. Zaubern müsste man können.

„Die schönsten Silbengeschichten für Mädchen zum Lesenlernen“ , verschiedene Autoren. Löwe Verlag. 128 Seiten, 5 Euro. Ab 6 Jahre.

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Pinguine gegen Schafe 04

Für Kinder, die noch immer keinen Hund oder kein Pony geschenkt bekommen haben, ist Ulrike Kaups Tiergeschichten-Buch möglicherweise ein winziger Trost. Kaup und Illustratorin Uta Bettzieche erzählen kurze, leicht verständliche Geschichten über Schweine, Kängurus und Uhus. Unter anderem geht es um Pinguine, die in einem Fußballmatch gegen die Mannschaft von Schafe 04 antreten. Die Zuschauer, ein liebevoll gezeichnetes Sammelsurium aus der Tierwelt, unterstützen die Pinguine mit Fangesängen. „Schwein gehabt!“ ist in der Reihe „Allererstes Lesen“ erschienen. Für Kinder, die gerade erst lesen lernen, ist das eine schöne Sache. Und vielleicht klappt’s mit dem Hund ja ein anderes Mal.

Ulrike Kaup: „Schwein gehabt! Lustige Tiergeschichten“. Bilder von Uta Bettzieche. Arena-Verlag. 48 Seiten, 7,99 Euro. Ab 5 Jahre.

Von Bochum nach Palermo

Die Frage klingt ganz vernünftig: „Wie komme ich von hier nach Palermo?“ Carlo allerdings ist gerade mal elf, und als er am Bochumer Hauptbahnhof eine Fahrkarte nach Sizilien kaufen will, wird die Dame hinterm Schalter stutzig. Für den Jungen ist die Sache aber klar: Seit fünf Monaten, zwei Wochen und sechs Tagen ist sein Vater schon weg; das ist viel zu lange, findet Carlo, denn: „Ich werde das Warten nicht los.“

Der dickliche Junge schlägt sich tatsächlich bis nach Italien durch. Er hat reichlich Abenteuer zu bestehen in Oliver Scherz’ warmherzig-witzigem Buch „Keiner hält Don Carlo auf“. Nach und nach erkennt Carlo, was ältere (Vor-)Leser schnell gemerkt haben: Der liebenswerte Vater ist ein ausgemachter Filou. Doch das ist ja noch lange kein Grund, ihn nicht zu lieben.

Oliver Scherz: „Keiner hält Don Carlo auf“. Mit Bildern von Peter Schössow. Thienemann-Verlag. 112 Seiten, 9,99 Euro. Ab 8 Jahre.

Ein komischer Vogel

Timo kennt sich aus: Heutzutage habe man keine Hefte mehr, sondern einen Blog, behauptet er. Dort notiere man alles, was man so erlebe. Pekka benutzt trotzdem auch das Heft, das ihm ein Lehrer geschenkt hat. Ins Heft schreibt er die Erlebnisse mit dem komischen Vogel, den seine Eltern im Kinderzimmer einquartieren. Dieser „Vogel“ ist Pekkas Onkel Remu: ein schnauzbärtiger Mann, der Kugelschreiber sammelt und immer zwei Armbanduhren trägt. Es könnte ja mal eine kaputt gehen.

Der finnische Kinderbuchautor Timo Parvela, von dem auch die erfolgreiche „Ella“-Reihe stammt, hat ein wunderbares Kinderbuch geschrieben: Kurzweilig und witzig erzählt er aus der Sicht Pekkas von dem seltsamen Onkel, der gar nicht mehr ausziehen will. Erst recht nicht, nachdem er die Schwimmlehrerin Karoliina kennengelernt hat.

Timo Parvela: „Pekkas geheime Aufzeichnungen – Der komische Vogel“. Hanser-Verlag. 104 Seiten, 9,90 Euro. Ab 8 Jahre.

Jeden Tag Kuchen

Klar, zu viel Kuchen macht dick. So dick, wie Elke ist, die eines Tages samt einem Blech mit Russischem Zupfkuchen über den fünfjährigen Kasimir stolpert. Jeden Tag backt die Frau, die eigentlich als Erzieherin arbeitet, Zupfkuchen für Uwes Café. Das ist doch langweilig, meint Kasimir – und tatsächlich: Bald bringt Elke Mohnkuchen mit Streuseln und Zitronenglasur ins Café. So fängt die Freundschaft zwischen dem Jungen und der Frau an, und nach und nach lernen sie noch mehr Leute aus der Nachbarschaft kennen.

Christian Dudas „Elke“ ist eine Erzählung über Freundschaft und Toleranz, manchmal durchaus traurig und hart: Die Verhältnisse in der Nachbarschaft sind nicht gerade idyllisch, und Elke leidet immer stärker unter ihrem Übergewicht. Der Verlag empfiehlt das Buch zwar für Kinder ab sechs, aber es ist besser, wenn die Leser etwas größer sind.

Christian Duda: „Elke“. Mit Illustrationen von Julia Friese. Beltz & Gelberg. 160 Seiten, 12,95 Euro. Ab 8 Jahre.

Quer durch den Elfenwald

Einen Schrat wird man so schnell nicht los: Die vielen Leser von Wieland Freunds Kinderbuch „Wecke niemals einen Schrat!“ wissen das bereits. Der schratige Wendel heftete sich in dem Buch an die Fersen von Jannis und Motte und wollte die Elfenkinder einfach nicht in Ruhe lassen. Mittlerweile sind die drei, na klar, gute Freunde. Im Folgeband „Träum niemals von der Wilden Jagd!“ muss das Trio nun neue Abenteuer im Elfenwald bestehen.
Die zweite Geschichte über den quirlig-frechen Jannis und seine kluge Freundin Motte ist ein großes Fantasy-Abenteuer. Denn während Jannis nach Motte sucht, fliegt die Königin des Himmels über den Elfenwald und macht den Waldbewohnern das Leben schwer.

Freunds Erzählung ist durchaus komplex, eher etwas für Kinder, die schon flüssig lesen können. Es ist aber auch ein ideales Vorlesebuch – dabei könnte es allerdings passieren, dass Vorleser und Zuhörer mit der Geschichte einfach nicht aufhören können, denn hier wird es auch schon richtig spannend.

Wieland Freund: „Träum niemals von der Wilden Jagd!“. Illustrationen von Joëlle Tourlonias. Beltz & Gelberg. 232 Seiten, 14,95 Euro. Ab 9 Jahre.

Von Martina Sulner

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