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"Bully", der Kuppelsaal und der "Karneval der Tiere"

Herbig und Orchester "Bully", der Kuppelsaal und der "Karneval der Tiere"

Was Michael „Bully“ Herbig bei seinem Auftritt im hannoverschen Kuppelsaal an tierischen Witzen und Wortspielen aufbietet, ist rekordverdächtig. Im Sekundentakt wartete der Moderator und Regisseur mit neuen Anspielungen auf. Und die meisten waren auch noch lustig. Sehr lustig sogar.

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Große Ohren: Herbig mit Orchester und Plüschtieren im Kuppelsaal.

Quelle: Behrens

Hannover. Klar, da lassen sich schon ein paar Scherze machen. Die Spinne, die sich nur in ihrem sozialen Netzwerk zu Hause fühlt. Die Nacktschnecke, die vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen ist. Die Schwalbe, die vom Platz gestellt wird. Der Vogel, der im Geäst feststeckt und ruft „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Aber was Michael „Bully“ Herbig bei seinem Auftritt im hannoverschen Kuppelsaal an tierischen Witzen und Wortspielen aufbietet, ist schon rekordverdächtig. Im Sekundentakt wartet der Moderator und Regisseur mit neuen Anspielungen auf. Und die meisten sind auch noch lustig. Sehr lustig sogar. So tritt Herbig in die Fußstapfen der großen Unterhalter, die Camille Saint-Saëns’ „große zoologische Fantasie“, den „Karneval der Tiere“, zu einem der populärsten Stücke der klassischen Musik gemacht haben.

Tatsächlich hört man ein wenig Loriot und auch ein bisschen Peter Ustinov, wenn Herbig die musikalischen Miniaturen in großes Kopftheater verwandelt. Mit viel Gespür für Proportionen und Rhythmus gibt er den Stücken genau den richtigen, unterhaltsamen Rahmen: Seine Version, in der statt des üblichen Löwenkönigs sogar Kaiser Franz seine Auftritte bekommt, hat das Zeug, ein neuer Klassiker zu werden.

Und im mit rund 800 Zuhörern eher locker gefüllten Kuppelsaal war seine Stimme auch auf den hinteren Plätzen bestens zu hören. Das hat Herbig nun sogar dem Schauspieler Bruno Ganz voraus, der beim Eröffnungskonzert in der vergangenen Woche kaum zu verstehen war.

Begleitet wurde Herbig von der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg, die vor der Pause unter Leitung und mit der Moderation von Juri Gilbo ein sparsam arrangiertes, aber kurzweiliges Programm aus tierischen Werken wie der „Diebischen Elster“ und dem „Hummelflug“ bot. In die Länge zogen sich dagegen die Zugaben: Konnte Herbig in Leroy Anderssons „Typewriter“ an der Solo-Schreibmaschine noch sein gutes Timing unter Beweis stellen, verzettelte er sich danach zwischen „Biene Maja“ und „Ententanz“. Erst ganz am Ende verabschiedete er sich mit einem perfekten Moonwalk. Der passte zwar nicht zum Thema, wirkte aber wieder so lustig und frisch wie der „Karneval der Tiere“.

Das nächste Klassikkonzert von Hannover Concerts ist am 27. Mai: Dann kommt David Garrett mit einem Recital-Programm in den Kuppelsaal. Kartentelefon: (0511) 1212-3333.

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