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Alpha Pussy Carolin Kebekus in Hannover

Swiss Life Hall Alpha Pussy Carolin Kebekus in Hannover

Sie habe viele schlimme Sachen gesagt – und sie auch alle so gemeint: Carolin Kebekus hat am Sonnabend ihre neue Stand-up-Comedy-Show "Alpha Pussy" vor rund 4000 Fans in der ausverkauften Swiss-Life-Hall präsentiert.

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Hannover. Wer zu einer Kebekus-Show geht, der weiß, was ihn erwartet: Die 36-jährige Kölnerin ist bekannt für ihre direkte, ordinäre und unverblühmte Art. Das sie gerne auch mal unter die Gürtellinie geht, zeigte sie auch in der Swiss-Life-Hall, wo es zweieinhalb Stunden lang vor allem ums Saufen, Sex und Frauenbilder ging – und um Wegbier. Und genau bei diesem Punkt lernt die Kölnerin etwas dazu: In Hannover wird gelimmert erklärt ihr ein Zuschauer. „Immer?“, fragt Kebekus erstaunt, nachdem sie sich sagen lässt, was Limmern denn eigentlich bedeutet, nämlich Trinken in der Öffentlichkeit – nicht nur auf der Limmerstraße. In Köln würde man sich wenigstens hinter dem Karneval verstecken. „Aber bei euch, das ist ja schon Alkoholismus.“

Nach einer kurzen Lehrstunde in Sachen feiern in Hannover geht es dann wieder weiter mit Party-Annekdoten und Ideen zur sexuellen Früherziehung - und zwar meist weit unter der Gürtellinie. Doch was bei vielen Comedians schnell peinlich wirkt, funktioniert bei Kebekus – vielleicht auch, weil hinter den Vulgaritäten oft ein ernster Kern steckt.

Carolin Kebekus bei ihrem Auftritt in der Swiss Life Hall.

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Die 36-jährige Kölnerin beschreibt in einem Moment noch sehr detailiert, wie ihr Kumpel nach zu viel Bier durch ein Fliegengitter kotzte, um kurze darauf anzuprangern, dass sich in Sachen Schutz vor sexueller Belästigung erst im vergangenen Jahr etwas geändert hat. „Bis dahin war dein iPhone besser geschützt als dein Arsch”, spitzt sie das Thema zu. Immerhin komme niemand auf die Idee, beim Diebstahl des Smartphones die Mitschuld beim Besitzer zu suchen – bei einer Vergewaltigung sehe das leider anders aus. Später stellt sie mit gespieltem Erstaunen Fest, dass es dennoch für manche ein Grund zum Feiern sei, dass „nein“ jetzt auch wirklich „nein“ heißt. „Mädels, da machen wir uns erst mal nen Piccolöchen auf.“ Immerhin müsse man dem Triebtäter jetzt nicht erst „eine aufs Maul hauen, damit er weiß, dass man an der Vergewaltigung nicht teilhaben möchte.“

Dann geht es wieder um Schönheitswahn, Schlagerboom, Internetsucht und Werbeschwachsinn. Egal worüber Kebekus grad meckert, sie gestikuliert dabei wild, wirbelt in ihrem schwarzen Lederrock und dem Dead Kennedys-T-Shirt von einer Seite der Bühne zur anderen, zieht ständig Grimassen, verstellt ihre Stimme. „Man weiß gar nicht, worüber man noch Witze machen darf. Bei allem erntet man einen Shitstorm“, sagt Kebekus, die immer wieder Kritik von allen Seiten einstecken musste – unter anderem von Helene-Fischer-Fans, Neonazis oder Katholiken. Abgeschreckt hat sie das nicht, und so bekommt am Sonnabend vom Veganer bis zur Skinny-Bitch jeder sein Fett weg.

Am Ende gibt es dann noch einen Aufruf an alle Frauen im Publikum: „Ich wünschte, wir würden Mädchen mit mehr Eiern erziehen – seid Alpha Pussies“, sagt Kebekus. Bei allem Schwachsinn und plumpen Sprüchen – die Botschaft des Abends ist klar.

Von Lisa Malecha 

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