Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur „Caruso" von Nils Koppruch
Nachrichten Kultur „Caruso" von Nils Koppruch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:40 29.12.2013
Von Kristian Teetz
Sehnsüchtig: Nils Koppruch. Quelle: Schomburg

Nils Koppruch wollte schon immer ganz eigene Musik machen. Die Bands Kettcar oder Tomte zum Beispiel mag er nicht so gern. „Die machen Indie-College­rock nach amerikanischer Art. Mich interessiert das musikalisch erst mal gar nicht“, hat er einmal in einem Interview gesagt. Koppruch, dessen neues Album nun beim Kettcar/Tomte-Label Grand Hotel van Cleef erscheint, ist bereits als Sänger der 2006 aufgelösten Band Fink eigene Wege gegangen. Nun erscheint mit „Caruso“ sein zweites Soloalbum.

In „Caruso“ ist das Eigene eine Mischung aus Country und Folk, gemischt mit Dreiminutenpoesie. Die Platte beginnt im Rhythmus des reitenden Pferdes. „Armer Junge weint, armes Mädchen auch“ ist ein Lied über Sehnsucht. „Das, was man gerade nicht haben kann / ist gerade das, was man braucht“, heißt es da, und das sagt auch schon alles. Es folgt das Lied, das dem Album den Namen gibt. „Caruso“ erzählt ironisch das Schicksal des nicht beachteten Künstlers. Tote Pflanze, Neonlicht, so kann ein Konzertveranstalter doch den Künstler nicht behandeln. Eins steht fest: „Caruso hätt’ sich aufgehängt.“

Nils Koppruch hat sich einmal als politischen Sänger verstanden. „Musik ist eine Möglichkeit, subversiv wirken zu können“, hat er mal gesagt. „Caruso“ aber ist kein politisches Album, sondern eine sehr persönliche Liedersammlung über Liebe, Sehnsucht und Erinnerungsverlust – etwa in „Vergessen, was ich wusste“, textlich das beste Lied der CD. In diesem Song wie auch in „Kirschen (Wenn der Sommer kommt)“ zeigt sich Koppruchs Talent, kleine Epen in Songlänge zu erzählen. Wer keine Aversionen gegen Banjo, Mundharmonika und Gitarrenfolk hegt, wird mit diesen Songs gern der Spätsommersonne entgegenreiten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

M’era Luna – ein Phantasiename – soll so etwas wie „Zeitalter des Mondes“ bedeuten. Das elfte M’era Luna Festival am Wochenende stand jedoch ganz im Zeichen der Sonne. Die machte Tausende von Schwarzbemäntelten auf dem Hildesheimer Flughafen ziemlich träge.

08.08.2010

Die neueste technische Innovation der Filmbranche kurbelt den Umsatz der deutschen Kinos an: 3-D-Filme wie „Avatar– Aufbruch nach Pandora“ und „Alice im Wunderland“ hatten im ersten Halbjahr 2010 die meisten Besucher.

08.08.2010

Sie sind Büroangestellte oder Taxifahrer. Doch dieses Wochenende zogen sie ihre Alltagskleider aus und legten Korsagen, Lackstiefel und Nietenhalsbänder an. Beim M’era Luna-Festival in Hildesheim trafen sich am Wochenende mehr als 24.000 Anhänger der Gothic-Szene - so viele wie noch nie in der elfjährigen Geschichte des Festivals.

08.08.2010