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Kultur Charlotte Roche will „sehr viel von sich preisgeben“
Nachrichten Kultur Charlotte Roche will „sehr viel von sich preisgeben“
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12:53 07.08.2011
Charlotte Roche spricht über ihren neuen Roman „Schoßgebete". Quelle: dpa
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Hamburg/Berlin

In ihrem neuen Roman „Schoßgebete“ will die Bestsellerautorin Charlotte Roche („Feuchtgebiete“) „sehr viel von sich preisgeben“. Dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ verriet die 33-jährige TV-Moderatorin, deren Buch an diesem Mittwoch erscheint, dass der Roman stark autobiografische Züge habe. Das Buch beginne mit einer ausführlichen Sexszene, sagte Roche, die in dem Interview auch von ihrer Magersucht, ihrer Alkoholabhängigkeit und ihren Depressionen erzählt. Nur ihrer Therapeutin verdanke sie es, dass sie noch am Leben sei.

Roche sagte: „Ich wollte immer die Mutigste sein, die Lauteste, die Krasseste. Es muss krass sein, sonst entsteht Langeweile.“ Ihren Drang, sich mit ihren Problemen und Erlebnissen in Interviews und in ihren Büchern darzustellen, erklärt sie so: „Vielleicht gibt mir die Öffentlichkeit etwas, was ich als Kind nicht hatte: Aufmerksamkeit, Liebe.“

In dem Magazin äußert sich Roche auch über den Autounfall, bei dem im Jahr 2001 ihre drei Brüder umkamen und ihre Mutter schwer verletzt wurde. In ihrem Buch „Schoßgebete“ erlebt die Ich-Erzählerin Elizabeth die gleiche Tragödie. Sie habe das geschrieben, „weil ich das Gefühl hatte, das muss jetzt raus. Ich habe bis heute nicht getrauert, kein bisschen“, sagte Roche. Die 33-Jährige sagte: „Alle aus der Familie weinen nicht. Niemand weint, bis heute.“

Mit ihrem millionenfach verkauften Bestseller „Feuchtgebiete“ spaltete Roche 2008 die Leserschaft. Die einen empfanden ihn mit seinen vielen Anal-Szenen als ekelig. Die anderen lasen die Geschichte der Helen Memel als Kritik am Reinlichkeitswahn, dem Frauen unterliegen.

„Schoßgebete“ wird vom Piper Verlag stark beworben. Der Roman widme sich „einem unserer letzten Tabus“ - dem ehelichen Sex. Die Startauflage von „Schoßgebete“ liegt laut Piper bei 500.000 Exemplaren - ein Rekord für den Verlag.

dpa

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