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Christus-Pavillon seit zehn Jahren in Volkenroda

Bilanz Christus-Pavillon seit zehn Jahren in Volkenroda

Auf der Expo 2000 hat der Kirchen-Pavillon aus Stahl, Glas und Beton mehr als 1,8 Millionen Besucher angezogen. Auch in seiner zweiten Heimat in Thüringen fasziniert er alljährlich Zehntausende aus nah und fern. Die Weihe in Volkenroda jährt sich zum zehnten Mal.

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Der Christus-Pavillon von der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover wird am 18.08.2001 in Volkenroda bei Mühlhausen mit einem Gottesdienst eingeweiht.

Quelle: dpa

Volkenroda . Von der Weltausstellung Expo in die nordthüringische Provinz: Seit seinem Wiederaufbau in Volkenroda hat sich der Kirchen-Pavillon zu einer Attraktion mit großer Strahlkraft entwickelt. Rund 40.000 Menschen pilgern alljährlich in das 200-Seelen-Dorf, um den 800 Tonnen schweren Kubus zu besichtigen. Von einem „Himmelsgeschenk“ spricht Pfarrer Albrecht Schödl.

Seit der Ankunft am neuen Standort - einem ehemaligen Zisterzienserkloster - heißt die einstige Expo-Kirche nun Christus-Pavillon. Der zehnte Jahrestag seiner Weihe wird am kommenden Wochenende groß gefeiert.

Mehr als 1,8 Millionen Besucher hatte die Konstruktion aus Stahl, Sichtbeton, Glas und Marmor auf der Expo 2000 in Hannover als Aushängeschild der Kirchen in ihren Bann gezogen. Rings um den Pavillon ziehen sich Doppelglasfenster gefüllt mit Gegenständen des Alltags: Glühbirnen, Tonbandkassetten, Zahnbürsten, Teesiebe und Naturmaterialien. Während Glühbirnen und Kassetten sichtbar lediglich Alterungsprozessen ausgesetzt sind, mussten Naturmaterialien wie Salz- und Zuckerkristalle ausgetauscht und durch Glas ersetzt werden. Da auch die Alu-Gabeln sich ausdehnten und drohten, den Glasrahmen zu sprengen, wurden sie durch Plastiklöffel ersetzt.

Kosten rund acht Millionen Euro

„Es war ein ziemlich verrückter Gedanke“, erinnert sich der frühere Hannoveraner Landesbischof Horst Hirschler in einer Festschrift an die ersten Überlegungen zu einer Expo-Kirche, die danach in Volkenroda bei Mühlhausen stehen sollte. Sie wurde vom Hamburger Architekten Meinhard von Gerkan entworfen; für die Kosten von rund acht Millionen Euro kamen die Evangelische Kirche in Deutschland und Sponsoren auf.

Schödl folgte 2007 Wolfgang Kemper und Karl-Heinz Michel im Amt als Pfarrer der Sommerkirche, die nicht beheizbar und deshalb nur von Mai bis Oktober geöffnet ist. „Ohne solche Aufbrüche wie der Wiederaufbau des Klosters oder eben die Expo würde es Volkenroda nicht mehr geben“, sagt er. Dass sich mittlerweile junge Leute hier Bauland kaufen und ansiedeln, habe auch etwas mit dieser Aufbruchstimmung zu tun.

Doch der moderne Bau hat nicht nur Euphorie hervorgerufen. „Viele waren begeistert, es gab und gibt aber auch immer wieder kritische Stimmen“, sagt Schödl. „Dabei soll der außergewöhnliche Kubus provozieren, das ist so gewollt.“ Auch heute noch höre man von manchen Besuchern: „Das ist doch keine Kirche!“ Andere Gäste sind begeistert. „Erfurt ist schön. Weimar ist wunderbar. Aber der eindrücklichste Ort ist Volkenroda“, schrieb ein Besucher ins Gästebuch.

Um das Interesse an der außergewöhnlichen Kirche auch nach Jahren noch wach zu halten, wird ein abwechslungsreiches Programm geboten, etwa mit Workshops, Konzerten und Kinovorführungen. Hochzeiten und Taufen gibt es auch. „Aber nur sonntags im Gottesdienst der Gemeinde“, betont Schödl. „Wir wollen keine Hochzeitskirche sein.“ Die Weihe des Christus-Pavillons jährt sich am Donnerstag (18. August) zum zehnten Mal. Gefeiert wird auf einem Festwochenende vom 19. bis 21. August.

dpa/kas

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