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Kultur „Ovo“ begeistert Zuschauer in der Tui Arena
Nachrichten Kultur „Ovo“ begeistert Zuschauer in der Tui Arena
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00:33 17.03.2018
„Ovo“ gastiert on der Tui Arena. Quelle: Hannover Concerts
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Hannover

 Brasilianische Bossa-Nova-Musik, grazile Akrobatik und sonores Brummen – der Cirque du Soleil ist noch bis Sonntag mit der familienfreundlichen Insektenshow „Ovo“ in der Tui-Arena.

Konzentriert reibt die rote Ameise die Füße aneinander, bevor sie den Maiskolben mit ihren Zehen in die Höhe wirft – und locker auffängt. Die Zuschauer in der Tui-Arena klatschen begeistert. Die Ameise ist natürlich kein wirkliches Insekt, sondern eine chinesische Akrobatin, die in der 25. Produktion des Cirque du Soleil Kiwis, Maiskolben oder auch mal eine ihrer Ameisenkolleginnen balanciert, als sei es das Leichteste der Welt. „Ovo“ (portugiesisch für „Ei“) heißt die Insektenshow, mit der der Cirque bis Sonntag in der Tui-Arena gastiert. 

Darin geht es um das Leben in einem brummenden Ökosystem aus Grillen, Ameisen, Käfern und Spinnen. Die üppige Marienkäferdame (Neiva Nascimento) verliebt sich in den schlaksigen Fliegenkäfermann (Jan Dutler). Der bringt als Neuling zunächst Aufregung ins Insektenlager – und dann trägt er auch noch ein fremdes Ei auf dem Rücken. 

Der Cirque du Soleil war mit der Insektenshow „Ovo“ in der Tui Arena.

Die Erregung der Insektenkolonie kann man nicht nur sehen, sondern auch hören: Es surrt und brummt unaufhörlich auf der Bühne, von überall krabbeln und kriechen Insekten auf die Bühne. Eine Band – teils auf, teils hinter der Bühne – spielt live brasilianische Bossa-Nova-Musik, während sich die Künstler auf der Bühne knapp zwei Stunden lang grazil verbiegen. 

Die Umbauphasen füllen Käfer Master Flipo und der Fliegenkäfermann mit slap-stick-haftem Geplänkel, das zeitweise eher albern wirkt. Dann kämpfen sie mit unsichtbaren Schwertern oder beleidigen sich – der Gestik nach zu urteilen – in einer Fantasiesprache. Bei dem Publikum kommt das an: Die knapp 1300 Zuschauer lachen und spendieren Szenenapplaus. Bei besonders wackeligen Stunts herrscht dagegen absolute Stille in der Tui-Arena, nur die Geige spielt eine dramatische Melodie. Schließlich will niemand die Seilkünstler-Spinne, die gerade kopfüber mit einem Einrad auf einem Seil balanciert, aus der Ruhe bringen. Dabei geht Action, wie die Wurf-Kunststücke der Mistkäfer, fließend über in ruhige Szenen, wie den grazilen Schmetterlings-Pas-de-deux in luftiger Höhe. 

Der Cirque du Soleil gilt als eine der berühmtesten Zirkusshows der Welt – und das ohne Tierdressuren. Mitte der Achtziger-Jahre gründete Straßenkünstler Guy La Liberté das Ensemble aus 20 kanadischen Gauklern. Heute ist aus dem alternativen Kleinkunstzirkus ein Unternehmen mit 4000 Mitarbeitern geworden. Über 160 Millionen Zuschauer weltweit haben seit seiner Gründung schon eine Cirque-Vorstellung besucht. 

Die Erfolgsformel? Schillernde Kostüme, beeindruckende Artistik und eine nette Geschichte – das funktioniert in Rio de Janeiro genauso wie in Mannheim. Und dafür muss der Cirque sich immer wieder neue Geschichten ausdenken: Mal geht es um griechische Mythenfiguren im Wald („Varekai“), mal um shakespeareseske Fabelwesen auf einer Insel („Amaluna“). Sonderlich tiefsinnig ist der Plot meist nicht, aber als Einbettung von Akrobatik und Clownerie funktioniert er.

Bis zum 18. März 2018 gastiert der Cirque du Soleil noch mit „Ovo“ in der Tui Arena. Alle Termine: 15. März und 16. März, jeweils um 20 Uhr, am 17. März um 16 und 20 Uhr, am 18. März um 13 und 17 Uhr.

Von Kira von der Brelie

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