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Collegium Vocale Hannover singt von Engeln

Konzert in Pauluskirche Collegium Vocale Hannover singt von Engeln

Das Collegium Vocale Hannover hat unter der Leitung von Florian Lohmann sein erstes Album veröffentlicht. Die CD mit dem Titel "De Angelis" wird am Sonnabend bei einem Konzert in der Pauluskirche in Hannover vorgestellt. 

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Das Collegium Vocale Hannover stellt sein erstes Album vor. 

Quelle: Rondeau Production

Hannover. Was singen die Engel? Halleluja natürlich. Aber wie klingt das? Der Komponist Heinrich Schütz hat mitten im Dreißigjährigen Krieg eine einfache, elegante Antwort auf diese Frage gefunden: Wenn Engel singen, klingt es anders als unser Gesang.

Schütz war einer der ersten Komponisten, der Stücke mit deutschen Texten komponiert hat. Das hat die Musik verändert: Die Betonungen, die im Deutschen immer auf den sinntragenden Silben liegen und nicht wie im Lateinischen ständig wechseln, geben auch seiner Musik eine klare Richtung. In der Motette „Der Engel sprach zu den Hirten“ ist das beispielhaft zu hören, wenn etwa ein Wort wie „Heiland“ erhöhter Zielpunkt einer langen Phrase ist. Am Ende des Stückes aber singen die Engel Halleluja – und sie tun das auf die alte, nun fremde Art, bei der bei jeder Wiederholung eine andere Silbe desselben Wortes betont wird. All dies ist in eine kunstvoll ausgedehnte Kadenz eingebaut: Musik wie nicht von dieser Welt.

Das Stück eröffnet die neue, erste CD des 2004 gegründeten Collegium Vocale Hannover. Unter der Leitung von Florian Lohmann hat der Chor eine Art vokales Konzeptalbum zusammengestellt. „De Angelis“ heißt die jetzt bei Rondeau Production veröffentlichte Produktion, und davon handelt sie auch: von Engeln. Neben Schütz stehen hier Komponisten aus allen Jahrhunderten, die von den „Mittlern zwischen sichtbarer und unsichtbarer Welt“ erzählen, wie es Hannovers ehemaliger Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann im Begleitheft formuliert.

Es gibt prächtig ausgeschmückte Berichte wie Hans Leo Hasslers zwölfstimmiges „Duo Seraphim“, das imposant die hohe Schule der Vokalpolyfonie entfaltet, und intime Zwiesprachen wie Gustav Mahlers „Urlicht“ aus seiner 
2. Sinfonie, das hier in einer A-cappella-Version von Clytus Gottwald zu hören ist. Das zeitgenössische skandinavische Repertoire, auf das kaum ein Chor mehr verzichten möchte, ist mit Werken von Tina Andersson und Joonas Kokkonen vertreten. Die hohen technischen Anforderungen der Stücke bereiten dem Chor keinerlei Schwierigkeiten, und auch den unterschiedlichen Stilen wird das Ensemble mit Leichtigkeit gerecht.

Arnold Schönberg hat 1907 mit dem gerade noch spätromantischen Chorsatz „Friede auf Erden“ einen prophetischen Blick auf das kriegerische 20. Jahrhundert geworfen. Wie brüchig der Frieden in unserer Gegenwart ist, musste das Collegium Vocale gerade selbst erfahren: Ein für die kommende Woche geplanter Auftritt bei einem EU-Konzert im von Terror bedrohten Brüssel wurde von den Veranstaltern wegen des „unnötigen Risikos“ abgesagt.

Dass die friedliche Welt der Engel vielleicht eine Illusion ist, ahnt man auch im letzten Stück der CD. Mendelssohn Bartholdys Engel-Oktett aus dem „Elias“ ist Musik, die im Herzen trägt, wer sie auch nur einmal gehört hat. Dirigent Lohmann lässt das Stück traumverloren langsam singen. Der naiv-zuversichtliche Tonfall, mit dem Mendelssohn Bartholdy hier sonst um den Schutz der höheren Wesen bittet, tönt so flehend wie ein Gebet.

Der Chor stellt die CD in einem Konzert am Sonnabend, 5. Dezember, um 18 Uhr in der Pauluskirche, Meterstraße 37, vor. Der Eintritt ist frei.     

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