Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° stark bewölkt

Navigation:
Das waren Cypress Hill auf der Gilde Parkbühne

Konzert Das waren Cypress Hill auf der Gilde Parkbühne

Die Rapper von Cypress Hill haben die 5000 Besucher der ausverkauften Gilde Parkbühne mit auf eine Reise in die Vergangenheit genommen: Etwas mehr als eine Stunde lang gab es unter freiem Himmel fast ausschließlich Hits, die mehr als 20 Jahre alt sind.

Voriger Artikel
Christian Decker arbeitet im Schauspielhaus
Nächster Artikel
"Medea" zum Spielzeitauftakt im Schauspiel Hannover

Cypress Hill live auf der Gilde Parkbühne.

Quelle: Philipp Von Ditfurth

Hannover. Die Fans schauen gespannt zur Bühne, dann kommt Percussionist Bobo nach vorn – sein Drum-Solo heizt das Publikum an. Als schließlich die ersten Beats aus der Box ertönen und der typisch nasale Gesang von B-Real erklingt, gibt es endgültig kein Halten mehr. Los geht es direkt mit einem Klassiker: „Shoot ’em Up“ aus dem Film „Juice“, der 1992 erschien und über das Leben von Jugendlichen im Ghetto erzählt. Und auch für den Rest des ausgesprochen kurzen Abends setzen die Rapper aus Los Angeles auf Altbewährtes. Nach 75 Minuten ist Schluss, ohne Zugabe. Fast jedes Lied, dass sie am Donnerstagabend auf der Gilde Parkbühne spielen, stammt von einem ihrer frühen Alben. Von „Insane in the Brain“ über „Hits from the Bong“ und „Legalize It“ bis „Dr. Greenthumb“ – keine ihrer zahlreichen Kiffer-Hymnen fehlt an diesem Abend.Und so wundert es nicht, dass nicht nur von der Bühne sondern auch aus dem Publikum die Rauchschwaden aufsteigen.

Rauchschwaden steigen auf

Spätestens, als sich die Rapper demonstrativ ihre Joints auf der Bühne anzünden und sie Richtung Publikum halten, ist das süßliche Gras überall zu riechen. „Deutschland ist für uns sowas wie eine dritte Heimat“, verkündet B-Real in der kurzen Musikpause, ansonsten gibt es nicht viele Ansagen. Braucht es aber auch nicht, denn es geht um die Musik – also reiht sich ein Lied nahtlos an das nächste. Nur, wer sich mehr als einen Abend voller Klassiker gewünscht hatte, wurde enttäuscht. Das letzte Album „Rise Up“ aus dem Jahr 2010 sowie spanische Titel finden an diesem Abend keinerlei Beachtung. Selbst Stücke, die nach 1993 erschienen, gehörten zur Seltenheit.

Hits gibt es Schlag auf Schlag

Doch das scheint an diesem Abend die wenigsten zu stören: Sie sind gekommen, um die Klassiker zu hören – und diese Hits mit Kultstatus gibt es Schlag auf Schlag. Sowieso ist die Auswahl groß, immerhin sind die beiden MCs B-Real und Sen Dog schon über ein Vierteljahrhundert gemeinsam mit DJ Muggs unterwegs. Seit 21 Jahren ist auch Percussionist Bobo dabei.

Selbst mit über 50 Jahren geben die Bandmitglieder auf der Bühne Vollgas. Sie verbinden Kulturen und Stile, interpretieren ihre alten Hits zum Teil komplett neu, indem plötzlich die lässigen Beats von harten Gitarrenriffs abgelöst werden. Nirvana wechselt sich mit House of Pain ab, dann gibt es wieder Cypress Hill – mal ganz entspannt mit Samplern von Dusty Springfield, dann wieder hart. Sie waren und sind immer noch die Meister des Crossover, die es mit ihrem Mix auch in Hannover schaffen, nicht nur die Rapper sondern auch die Rocker für sich einzunehmen. Das mag auch daran liegen, dass Cypress Hill nach mehr als zwei Jahrzehnten gemeinsamer Bühnenerfahrung bei ihren Shows perfekt auf einander abgestimmt sind. Routine, die beim Zuhören Spaß macht.

doc6whk9yocjf74x7ipjzz

Fotostrecke Kultur Allgemein: Das waren Cypress Hill auf der Gilde Parkbühne

Zur Bildergalerie

Von Lisa Malecha

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Knust, Kanten, Scherzel: Was sagt man wo zum Anfang und Ende vom Brot?

Knust oder Kanten, Knäppchen oder Knietzchen, Kruste oder Scherzel: Was sagt man wo zum Anfang und Ende vom Brot? Sprachwissenschaftler haben einige interessante Begriffe zusammengetragen.