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D-A-D rockt das Musikzentrum

Konzert in Hannover D-A-D rockt das Musikzentrum

Sie tauchen tief in ihre eigene Geschichte ein: Die dänischen Rocker D-A-D präsentieren im Musikzentrum in Hannover ihre beiden Durchbruch-Alben - komplett und am Stück. Mehr als 500 Fans feiern sie dafür ab.

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Zwei Alben, zwei Stunden beste Unterhaltung: D-A-D im Capitol.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Das Zeitalter des Plattenalbums soll vorbei sein? Keineswegs, das Album lebt - kurioserweise ausgerechnet auf der Bühne. Vor allem Bands, die schon etwas länger im Geschäft sind, gehen dazu über, ganz LPs aus ihrer künstlerischen Hochphase am Stück zu präsentieren. Die dänische Rockcombo D-A-D setzt da jetzt noch eins drauf: Die Vier spielen einfach zwei Alben am Stück.

"Riskin' it All" und "No Fuel Left for the Pilgrims" bescherte D-A-D, die sich bis zu einem Rechtsstreit mit dem Disney-Konzern noch Disneyland after Dark nannten, rund um 1990 herum den internationalen Durchbruch. Seitdem hat die Band durchaus weiter Musik gemacht und Platten veröffentlicht. Dass die vor gut 25 Jahren aufgenommenen Songs aber die Favoriten der Fans sind, zeigt sich schon allein daran, dass das Musikzentrum in Hannover so gut wie ausverkauft ist, und das Publikum jede Zeile mitsingen kann.

D-A-D hat das Musikzentrum gerockt. Die dänischen Rocker präsentieren im Musikzentrum in Hannover ihre beiden Durchbruch-Alben.

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Also ab in die Vergangenheit. Gegenwart? Egal. Zukunft? Wo denkst du hin?

23 Songs in zwei Stunden, plus die Zugabe "It's after Dark" von 1986, für viele Fans gehen da Träume in Erfüllung. Und tatsächlich zeigt sich in dieser konzentrierten Form: Auf den beiden Platten befindet sich kein Ausfall, kein Füller, kein Song zum Durchschnaufen, und auch die Gelegenheit zum Bierholen bietet sich - anders als sonst oft bei altgedienten Bands - nicht. Mit den zwei Platten könnten manche Bands ganze Karrieren bestreiten.

Sich die alten Songs wieder vorzunehmen, das sei schon eine ganz besondere Erfahrung, sagt Sänger Jesper Binzer. "Man findet dabei auch mal ein Stück Gold oder einen Diamanten." Und die Band startet in "Down that Dusty 3rd World Road", einen Country-Schwofer, betont langsam gespielt, bei dem Drummer Laust Sonne (weißer Anzug, schwarze Krawatte) seine Qualitäten als Barjazzer unter Beweis stellt. Beim zweiten ruhigen Höhepunkt der Show, der Schmonzette "Laugh'n'a1/2", singt der ganze Club mit, und in der ersten Reihe liegt sich ein Pärchen in den Armen, als hätte es zu dem Lied damals zum ersten Mal geknutscht.

Man muss dazu sagen, bei D-A-D handelt es sich im weitesten Sinne um eine Hardrock-Band, mit Country-, Blues- und Punk-Einflüssen haben sie aber ihren eigenen Stil entwickelt. Manche nennen es Cowpunk - wobei in der ersten Hälfte bei den Songs aus "Riskin' it All" die Cow dominiert, und nach der Pause beim "Pilgrims"-Album der Punk. 

Zwei Alben, zwei Show-Hälften, zwei Stunden beste Unterhaltung bei ordentlicher Rockmusik. Bleiben die Fragen: War das jetzt zukunftsorientiert? Nein. Sollte man die Vergangenheit deshalb ruhen lassen? Bitte nicht!

Von Ralf Heußinger

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