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Menschliche Versuchskaninchen

Fotos von Daniel Stier Menschliche Versuchskaninchen

Für seine Serie „Ways of Knowing“, die auch als Buch erschienen ist, hat sich Daniel Stier in Forschungseinrichtungen umgeschaut und fotografiert, wie Menschen in Apparaturen eingespannt und vermessen werden. Jetzt war er in Hannover im Technik-Salon zu Gast.

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Fotograf Daniel Stier hat Menschen in Laborsituationen fotografiert.

Quelle: Stier

Hannover. Was tun die denn da? Warum lassen sie sich so herumschwenken? Was wird hier eigentlich gerade gemessen? Und was gespielt? Diese Fragen bleiben offen. Der in Deutschland geborene und seit zwanzig Jahren in London lebende Fotograf Daniel Stier hat Menschen in Laborsituationen fotografiert. Für seine Serie „Ways of Knowing“, die auch als Buch erschienen ist, hat er sich in Forschungseinrichtungen umgeschaut und fotografiert, wie Menschen in Apparaturen eingespannt und vermessen werden. Seine Bilder sollen für sich sprechen, deshalb hat er sie auch nicht mit erklärenden Bildunterschriften versehen. Die Betrachter sollen sich ihre eigene Geschichte zusammenreimen. Das allerdings können manchmal auch recht unheimliche Geschichten sein.

Der Fotograf Daniel Stier hat sich in Forschungseinrichtungen umgeschaut und festgehalten, wie Menschen in Apparaturen eingespannt und vermessen werden. 

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Jetzt war Daniel Stier im Technik-Salon in der Leibniz-Uni zu Gast, um über seine Arbeit im Grenzbereich von Wissenschaft und Kunst zu berichten. Die Idee für die Ansichten aus der Forschungswelt hatte er schon vor vielen Jahren, die ersten Fotos hat er noch analog mit einer Plattenkamera aufgenommen. Kontakte zur Forschern zu bekommen, war am Anfang nicht so einfach,erzählt er im Salon, später haben ihm dann Forscher andere Forschungseinrichtungen empfohlen - und so hat er Laboratorien in England, Deutschland und der Schweiz aufgesucht, um dort festzuhalten, wie Menschen in Apparaturen eingespannt werden. Die Recherche, das Reisen und das Einholen von Genehmigungen hätten einen Großteil der Arbeit ausgemacht, sagt er, der Aufwand fürs Fotografieren habe am Ende nur bei etwa zehn Prozent gelegen.

Stier interessiert sich für die Gemeinsamkeiten von Künstlern und Wissenschaftlern. Beide sagt er, seien in gewisser Hinsicht Besessene. Beide sind neugierig und beide treiben die Dinge auf die Spitze. Die in technische Zusammenhänge eingebundenen Körper, die Stier auf seinen Bildern zeigt, strahlen eine merkwürdige Ruhe bei gleichzeitiger Verletzbarkeit aus. Oft sind es die Forscher selbst, die sich zum Zweck der Demonstration in ihre Apparaturen begeben haben.

Stier leuchtet seine Motive stark aus, kein Detail soll verloren gehen. So lenkt er den Blick des Betrachters auch auf das Improvisationstalent von Forschern. Vieles an den Versuchsanordnungen wirkt merkwürdig dahingebastelt, als hätte man einfach das genommen, was gerade zur Hand war. Was ja auch eine Aussage über die finanziellen Bedingungen in vielen Bereich der Grundlagenforschung ist.

Beim nächsten Technik-Salon am Donnerstag, 9. Juni, sind die Industriedesigner Marc Hassenzahl und Matthias Laschke zu Gast. Im Institut für Gestaltungspraxis und Kunstwissenschaft, Königsworther Straße 14, sprechen sie um 19.30 Uhr über technische Objekte die bewusst nutzerunfreundlich gestaltet werden.

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