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Kultur Danya Segal und ihre neue Produktion "La Notte"
Nachrichten Kultur Danya Segal und ihre neue Produktion "La Notte"
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12:54 02.08.2010
Nachts sind alle Tänzer bunt: "La Notte" von Danya Segal Quelle: Handout

Wenn Danya Segal über ihre Projekte spricht, tut sie das mit viel Witz und Begeisterung. Und ist ihr etwas besonders wichtig, wechselt die gebürtige Londonerin ab und zu ins Englische. Auch ihre neueste Idee „La Notte“ vermittelt Segal mitreißend und enthusiastisch.

Seit vier Jahren arbeitet Segal als Produzentin, zuvor hatte sie sich auf ihre Arbeit als Flötistin im Barockensemble „Musica Alta Ripa“ konzentriert. „La Notte“ ist ihre vierte Produktion.

Diesmal gehe es um Schlafen und Wachen, sagt Segal, aber auch darum, „mehrdimensionale Unterhaltung“ zu schaffen. „Ich möchte einfach die Dinge, die ich liebe, verbinden“, sagt die 52-Jährige. „Ich will Schnittstellen finden, aber kein Crossover inszenieren.“

Beispielhaft für den Erfolg einer solchen Verbindung ist Segals Projekt „Bach und der chinesische Drache“, das sie 2008 mit dem Barockensemble „Musica Alta Ripa“ inszenierte. Chinesische Tänzerinnen bewegten sich zu Klängen Johann Sebastian Bachs.

Bereits seit 25 Jahren ist „Musica Alta Ripa“ international erfolgreich und vielfach preisgekrönt. „Wir sind von Anfang an mit unglaublichem Elan, allerdings ohne viel Ahnung von der Logistik bei der Sache gewesen“, erzählt Segal. So erging es ihr auch beim Musikfestival „SchlossAkkord“, das sie gemeinsam mit Helena von Cramm 2003 auf Schloss Oelber ins Leben rief. „Wir haben nicht unbedingt ein zweites Glyndebourne zum Ziel gehabt, aber wir wollten diese wunderschöne Kulisse musikalisch zum Leben erwecken.“ Auch „La Notte“ wird auf Schloss Oelber Premiere feiern, anschließend zieht es in die Kinos nach Hannover, Braunschweig und Göttingen. Von ehrwürdigem Renaissance­ambiente in die dunkle Zweckmäßigkeit moderner Kinosäle, das ist typisch ­Danya Segal. „Ich finde Schlösser und Theater ganz toll, aber irgendwie verschwindet da oft das junge Publikum“, erklärt sie. Daher sei der Ortswechsel nun auch ein Versuch, andere Menschen zu erreichen und zu begeistern.

Als Kind einer Regisseurin und eines Schauspielers wuchs Danya Segal zwischen Künstlern auf und lernte schon früh, was es bedeutet, seinen Träumen nachzujagen. „Meine Eltern sagten mir immer: Follow your dreams, but do it well“, erzählt die 52-Jährige und scheint sich noch heute an diese Anweisung zu halten. 1980 kam Segal nach Deutschland, um an der Musikhochschule Hannover bei Ferdinand Conrad Flöte zu studieren. In Amsterdam setzte sie das Studium fort, kehrte anschließend jedoch nach Deutschland zurück und gründete das Ensemble „Musica Alta Ripa“.

Die Idee, Tanz und Musik im Schwarzlicht zu vereinen, trägt Segal nun seit ­einem Jahr mit sich herum – inspiriert wurde sie dabei von Installationen der hannoverschen Künstler Yvonne und Klaus Goulbier. Schließlich suchte sich Segal hochkarätige Hilfe: Das Bühnenbild stammt von Johannes Conen und die Choreografie von Philippe Talard, die Sopranistin Alla Kravchuk singt Arien von Vivaldi. Insgesamt werden drei Tänzerinnen und sieben Musiker an „La Notte“ mitwirken, darunter natürlich auch „Musica Alta Ripa“. Wenn sich das Konzept bewährt, sind weitere Aufführungen unter anderem in Marseille geplant. „Ich stelle immer wieder fest, dass das alles nicht nur Phantasie im Kopf ist, sondern vor allem viel Arbeit“, sagt ­Segal. Und noch ein Ratschlag, den sie von einem Freund bekommen hat, begleite sie bei all ihren Vorhaben: „Learn to transport your passion! – versuche, deine Begeisterung weiterzugeben!“. Das gelingt ihr zweifellos.

Aufführung in Hannover: Montag, 23. August, 19.30 Uhr, Cinemaxx Nikolaistraße Hannover.
Aufführung in Göttingen: Mittwoch, 25. August, 19.30 Uhr, Cinemaxx Göttingen.

Johanna Günther

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