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Nachrichten Kultur Das Ensemble Geräuschkulisse spielt Alfred Koerppen
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00:19 19.04.2018
Gründungskonzert: Das Ensemble Geräuschkulisse mit Friederike Starkloff (Violine) in der Eisfabrik. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

 Elf Jahre schlummerte die Partitur in einer Schublade. Erst dann konnte sich Alfred Koerppen über die Uraufführung seines 2007 komponierten Violinkonzertes freuen. Um das zu erleben, musste der nunmehr 91-jährige Nestor der hannoverschen Musikszene allerdings in die Tiefen eines ehemaligen riesigen Eiskellers steigen. Denn die Uraufführung fand im Schwarzen Saal der Eisfabrik statt. 

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Das Gründungskonzert des Ensembles Geräuschkulisse in der Eisfabrik.

Dorthin hatten Studierende der Musikhochschule Hannover eingeladen, um ein von ihnen gegründetes neues Orchester vorzustellen. Unter dem amüsant-kuriosen Namen Ensemble Geräuschkulisse wollen sie frischen Wind in den Klassikbetrieb bringen. Zumindest mit dem Ort war ihnen das gelungen. Der düstere Bunker-Charme des unterirdisch gelegenen Saales gab dem Programm einen ungewöhnlichen Rahmen mit überraschend guter Akustik. Ansonsten aber glich alles schon wegen der konventionellen schwarzen Konzertkleidung der jungen Leute einer traditionellen klassischen Musikveranstaltung. 

Die aber hatte ein beachtliches Niveau. Unter der umsichtigen Leitung des jungen Dirigenten Tammo Krüger entfaltete sich der vielfarbige Orchesterklang des Violinkonzertes von Alfred Koerppen zu einem künstlerisch adäquaten Dialog mit der solistischen Geigenstimme. Lediglich im langsamen Satz gab es hier und da Trübungen der Intonation und einige unpräzise Bläsereinsätze. Der Solopart war bei Friederike Starkloff, der Konzertmeisterin der NDR-Radiophilharmonie, in besten Händen. Mit intensiver Klangentwicklung voller Wärme und makelloser Spieltechnik vertiefte sie sich in den Wechsel zwischen sanglichen Melodien und virtuos-rhythmischen Passagen. Orchester und Solistin machten die Uraufführung dieses gemäßigt avangardistischen Konzertes zu einem umjubelten Publikumserfolg. 

Witzig dann die Idee, mit Freiwilligen aus dem Publikum eine Orchesterimprovisation in Gang zu setzen. Ausgestattet mit den Schildern „Laut-Leise“ und „Konsonant-Dissonant“ steuerten vier Kurzzeit-Dirigenten die spontan gespielten Klänge. Ein Spaß für Publikum und Orchester. Zum Schluss gab’s die in allen Registern brillant und mit Leidenschaft gespielte „Haffner“-Sinfonie von Mozart. Dabei imponierten besonders die ersten Geigen durch spielerische Geschlossenheit. 

Um einen eigenen Platz zu finden in der recht dicht besetzten hannoverschen Orchesterszene, sollte das Ensemble noch intensiver über wirklich neue Formen der Musikvermittlung nachdenken. Der Ort alleine bringt das nur zum Teil. Gleichwohl war das Gründungskonzert ein vielversprechender Auftakt.

Von Claus-Ulrich Heinke

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