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Kultur Das Junge Sinfonieorchester Hannover wagt sich an Gustav Mahlers 3. Sinfonie
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02:16 09.06.2018
Mit Tobias Rokahr am Pult: Das Junge Sinfonieorchester Hannover. Quelle: Naumann
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Hannover

Das Junge Sinfonieorchester Hannover hat seinem Namen zum Trotz bereits eine beachtliche Geschichte. 1961 gründeten Heinz Hennig und Barbara Koerppen das Orchester, um dem Knabenchor und dem Mädchenchor, die ebenfalls von Hennig ins Leben gerufenen wurden, ein jugendliches Instrumentalensemble zur Seite zu stellen.

Seit fast 30 Jahren prägt das Orchester das hannoversche Musikleben zudem durch seine Auftritte beim Open-Air-Konzert der Chopin-Gesellschaft Hannover im Georgengarten.In der Nachfolge der beiden Gründer hatte das JSO viele später bekannte Mitspieler. Der heutige Kunstfestspiel-Intendant Ingo Metzmacher etwa spielte eine Zeit lang Pauke, Dirigierprofessor Martin Brauß und Cornelius Meister, ab nächster Saison Generalmusikdirektor in Stuttgart, standen jeweils einige Jahre am Pult.

Seit 1997 leitet Tobias Rokahr das Orchester, dessen Mitglieder überwiegend Studenten sind. Die Altersspanne reicht aber von 16 bis 50 Jahren. Der zweite Dirigent ist Martin Lilll. Unter Rokahrs Leitung bereiten sich die Musiker gerade auf das größte Projekt in der Geschichte des Orchesters vor: Am 10. Juni führt es im NDR-Sendesaal die gewaltige 3. Sinfonie von Gustav Mahler auf.

„Die Idee dazu ist aus einer Bierlaune heraus entstanden“, erzählt Rokahr, der Professor für Musiktheorie an der Musikhochschule ist. Schließlich stelle das Stück eine erhebliche logistische Herausforderung dar. Eine dieser Herausforderungen will das Orchester auf eine ungewöhnliche Weise lösen: Der Frauenchor, der vorgesehen ist, wird von der Musikerinnen des JSO gestellt. Wenn er singt, haben die Geigen nämlich Pause. Die soll von den ohnehin überwiegend weiblichen Streichern nun zum Singen genutzt werden. Der Kinderchor dagegen wird original besetzt sein. Im Funkhaus sind Mitglieder aus dem Jungen Markuschor und Chören aus Springe, Badenstedt und Burgwedel zu hören.

Die große Orchesterbesetzung ist bei einem für Musiker so attraktiven Angebot wie einer Mahler-Sinfonie kein Problem. „Wir haben viele Gäste, die jetzt bei uns mitmachen wollen“, sagt Rokahr. Die Motivation bei allen Beteiligten sei sehr hoch. „Viele haben sich die Noten schon vor den ersten Proben besorgt.“ Und auch private Gruppenproben wurden schon angesetzt. Die Hörner etwa haben sich neulich in einem privaten Wohnzimmer getroffen. Zu acht. Die Nachbarn sind jetzt vermutlich zum Konzert eingeladen.

Am Sonntag, 10. Juni, 17 Uhr, spielt das Junge Sinfonieorchester Hannover Gustav Mahlers 3. Sinfonie im Großen Sendesaal des Funkhauses.

Von Stefan Arndt

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