Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Das plant das Schauspiel Hannover in der neuen Saison

Die Spielzeit 2017/18 Das plant das Schauspiel Hannover in der neuen Saison

23 Neuproduktionen, fünf Uraufführungen, ein Umbau der Cumberlandschen Bühne und viele Angebote für Zuwanderer: Das plant Schauspielintendant Lars-Ole Walburg in seiner vorletzten Spielzeit am Schauspiel Hannover

Voriger Artikel
Maybebop feiern ausverkauften Tourauftakt
Nächster Artikel
„Toni Erdmann“ siegt beim Deutschen Filmpreis
Quelle: Kutter

Hannover. "Eine Stadt will nach oben“ heißt eine neue Theaterserie für Hannover, die das Schauspiel in der Cumberlandschen Galerie plant. Ein Theater will auch nach oben. Deshalb wird umgebaut. Die Cumberlandsche Bühne wird neu gestaltet. Die Zuschauertribüne soll zu Beginn der neuen Spielzeit entfernt werden, so soll eine flexible Raumbühne entstehen. Die Cumberlandsche Bühne und die Cumberlandsche Galerie werden dann das gemeinsame Logo „Cumberland“ tragen. Beide Orte sollen sich öffnen: für neue Spielformate und für die Stadt.

„Cumberland erfindet sich neu – als ein Ort des Austauschs, für Träume, Sehnsüchte und progressives Zukunftsdenken“ heißt es in einer Mitteilung des Theaters. Auch Hannovers Schauspielintendant Lars-Ole Walburg verbreitet bei der Vorstellung seiner Pläne für seine vorletzte Spielzeit in Hannover Aufbruchsstimmung: „Wir brechen auf zu neuen Ufern, es geht nicht um das Verwalten des Bestehenden.“

23 Neuproduktionen, darunter fünf Uraufführungen wird es geben. Schon vor der Saisoneröffnung am 31. August (Hausregisseur Tom Kühnel inszeniert „Medea“ nach Franz Grillparzer auf der großen Bühne) wird gespielt. Als Sommertheater im Hof des Schauspielhauses ist vom 11. August an „Indien“ von Josef Hader und Alfred Dorfer zu sehen. Bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen wird das Schauspiel Hannover am 1. Juni die Uraufführung von „Tod für Eins Achtzig Geld“ der jungen Autorin Franziska vom Heede präsentieren. Das Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises wird am 16. September am neuen Spielort „Cumberland“ Premiere haben. Bereits am 25. Mai wird „Hool“ nach dem Roman von Philipp Winkler bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt. Im Schauspielhaus hat das Stück über die Geschichte eines Hooligans aus Wunstorf am 23. September Premiere.

Autor Philipp Winkler macht auch bei „Sometimes I think, I can see you“ mit, einer Produktion von Mariano Pensotti, mit der sich das Schauspiel Hannover an der großen hannoverschen Kunstschau „Made in Germany 3“ beteiligt. In der U-Bahn-Station Kröpcke werden vier Autoren über Menschen in der Station schreiben. Die Texte werden live auf Bildschirmen zu sehen sein.

Wichtig in der kommenden Spielzeit ist die Zusammenarbeit des Schauspiels mit freien Gruppen aus der Stadt. Mit „Lucky“ (am 28. September) zeigt die Tanzcompany von Felix Landerer eine Tanzversion von Samuel Becketts „Warten auf Godot“. In „Home.Run“ wird der Schriftsteller Hartmut El Kurdi seine Lebensgeschichte zusammen mit der freien Gruppe Agentur für Weltverbesserungspläne auf die Bühne bringen. Die Uraufführung ist am 28. Oktober.

Apropos Weltverbeserung: Das Schauspiel unternimmt in der kommenden Saison nicht nur viel, um ein junges, studentisches Publikum zu erreichen, man bemüht sich auch um Zuwanderer. In der Reihe „Yalla“ (ein arabisches Wort, das auf Deutsch so viel wie „Los geht’s“ heißt) sammelt das Schauspiel Aktivitäten und Initiativen, mit denen das Theater auf die Herausforderungen und Chancen der Zuwanderung reagiert. Ein Ensemble aus jungen Zugewanderten und Einheimischen wird sich ab September einmal in der Woche treffen, um angeleitet von zugewanderten Künstlern, Stücke, Installationen und Events zu entwickeln.

Das traditionelle Familienstück zur Weihnachtszeit wird es aber weiterhin geben. Am 11. November hat „In 80 Tagen um die Welt“ nach dem Roman von Jules Verne Premiere. Andere Romane, die auf die Bühne kommen, sind: „Extrem laut und unglaublich nah“ von Jonathan Safran Foer (20. Januar), „Mephisto“ von Klaus Mann (15. Februar) und „Qualityland“ von Marc-Uwe Kling (9. März). Kling fand die Aufführung der „Känguru-Chroniken“ in Hannover so gelungen, dass er auch seinen neuen Roman – der im Herbst erscheinen wird– dem Schauspiel Hannover zur Uraufführung gegeben hat.

Am Ende der neuen Spielzeit (und zwei Wochen vor Ibsens „Hedda Gabler“) steht eine sehr große Geschichte: „Die Edda“. Der isländische Autor Mikael Tarfason und Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson setzen sich mit dem Stoff auseinander. Weil es ein großer Stoff ist, nimmt man sich viel Zeit: Drei Monate sollen die Proben dauern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Briefe der Geschichte mit Anke Engelke und Devid Striesow

Anke Engelke und Devid Striesow lesen im Theater am Aegi historisch bedeutende Briefe vor.