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Sehnsucht nach der großen Leinwand

Up and Coming 2013 Sehnsucht nach der großen Leinwand

Längst ist es das wichtigste Festival für Nachwuchsfilm in Deutschland - das Up and Coming. Mehr als 100 Seiten dick ist das Programm, drei Tage lang werden parallel in zwei Kinos von morgens bis abends Filme gezeigt, am Sonntag ist Preisverleihung.

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Quelle: up and coming 2013

Am weitesten entführt der 13-jährige Jonas Dichelle die Zuschauer. Denn der  Titelheld seines Trickfilms „Otto’s Adventures“ ist ein grünes Männchen im All. Der längste Film ist Svetlana Sigalaevas 43-Minuten-Reflexion über Freiheit in Russland: „Nicht mit uns“. Und der kürzeste der zugleich jüngsten Filmemacherinnen stammt von Lei und Leanna, beide elf Jahre, Titel des Ein-Minuten-Streifens: „Der pupsende Fisch“.

Das sind drei der 206 Beiträge aus 38 Ländern, die es in die Endauswahl von „Up and Coming“ geschafft haben, jenes Internationalen Filmfestivals, das am Donnerstag in Hannover startet. Es zur Teilnahme geschafft zu haben, ist angesichts der Summe von 3000 eingereichten Filmbeiträgen schon ein Erfolg. Die hohe Zahl lässt ahnen, welche Dimensionen das Filmfest „Up and Coming“ inzwischen einnimmt. Längst ist es das wichtigste Festival für Nachwuchsfilm in Deutschland. Mehr als 100 Seiten dick ist das Programm, drei Tage lang werden parallel in zwei Kinos von morgens bis abends Filme gezeigt, am Sonntag ist Preisverleihung.

Der Kinomarathon müsste unter Talentscouts eigentlich ein Geheimtipp sein.  Denn lang ist die Liste der Filmemacher, die nach Anfängen hier dauerhaft beim Filmemachen geblieben und dabei oft höchst erfolgreich sind: Fatih Akin hat hier lange vor „Gegen die Wand“ mitgemacht. Die Autorenfilmerin Ayse Polat war schon mit zwei Beiträgen dabei. Der Japaner Tokunaga Timohiko hat dreimal an „Up and Coming“ teilgenommen und ist inzwischen Mitglied der Directors Guild of Japan.

„Die lange Liste erfolgreicher Teilnehmer“, sagt Burkhard Inhülsen, „zeugt davon, dass die Jurys über die Jahre ein gutes Gespür für Qualität hatten.“ Inhülsen kennt alle Jurys des Festivals, denn er ist dessen Gründer. 1982 hat er das erste „Schülerfilm-Festival“ in Hannover veranstaltet, damals mit immerhin 500 Super-8-Filmen. Seither ist das Filmfest kräftig gewachsen, seit 1995 ist es auch international ausgerichtet, längst wird es außer von Stadt und Land auch vom Bundesbildungsministerium gefördert.

Den Hauptgrund für diesen Erfolg sieht Inhülsen in den Auswahlkriterien: „Wir haben dafür gleich zwei Altersgrenzen – die Teilnehmer dürfen nicht älter  als 27 Jahre, ihre Filme müssen jünger als zwei Jahre sein“, sagt er. Das wirke dem sonst verbreiteten Festivaltourismus von Filmen entgegen. „Was kreative Leute heute so drehen, lässt sich bei ,Up and Coming‘ gut beobachten.“

Der Festivalgründer hat über drei Jahrzehnte erlebt, wie die filmischen Ausdrucksmittel gewachsen sind. In den achtziger Jahren seien die Beiträge politischer gewesen, vor einigen Jahren habe es mehr Gewaltfilme gegeben, heute sei das Spektrum an Themen und Erzählweisen größer denn je. Darin schlage sich auch eine „digitale Revolution“ nieder, durch die  Filme am Computer mit weniger finanziellem Aufwand produziert werden können. Auch deshalb wachse die Zahl der Bewerbungen. „Aber entscheidend für die Teilnahme am Festival ist die Sehnsucht nach der großen Leinwand – danach, das eigene Werk im Kino zu sehen, das gemeinsame Filmerlebnis und auch die Rückmeldung vom Publikum.“

Die kommt außerdem von der Jury, in der diesmal außer deutschen auch Juroren aus Großbritannien und Finnland, aus Thailand  und Indien mitwirken. Drei Preise für Beiträge aus Deutschland sind mit je 2000 Euro und einer Produzentenpatenschaft dotiert. Drei Preise für internationale Beiträge bestehen in der Aufnahme in eine von dem Festival initiierte „Masterclass Film“ und der Teilnahme am Filmdialog Hannover 2014.

„Up and Coming 2013“: Auftakt Donnerstag 19.30 Uhr im Cinemaxx Raschplatz,  Preisverleihung Sonntag ab 11.30 Uhr, danach Präsentation der Siegerfilme. Details unter www.up-and-coming.de. Tickets unter booking@up-and-coming.de.

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