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Das bringt die neue Spielzeit an der Staatsoper

Programm 2017/18 Das bringt die neue Spielzeit an der Staatsoper

Die Staasoper Hannover hat am Donnerstag das Programm für die neue Saison vorgestelllt. Opernintendant Michael Klügl rechnet mit großem Andrang: „Bei einigen Produktionen könnte es eng mit Karten werden.“

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„Alles wird ausverkauft sein“: Generalmusikdirektor Ivan Repusic (vorn) präsentiert das Programm der neuen Spielzeit zusammen mit Intendant Michael Klügl (hinten, v. l.), Betriebsdirektorin Cornelia Preissinger, Steven Markusfeld (Betriebsdirektor Ballett) und Chefdramaturg Klaus Angermann.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Der Mann hat etwas herrlich Überschwängliches. Ivan Repusic, Generalmusikdirektor der hannoverschen Staatsoper, hat gerade mit der für ihn typischen Begeisterung und Wärme das Programm der Sinfoniekonzerte für die kommende Saison vorgestellt. Dann blickt er ernst in die Runde und sagt: „Ich bin fest davon überzeugt, dass alle Konzerte ausverkauft sein werden.“

Ganz abwegig ist diese Überzeugung wohl nicht, schließlich sind die Konzerte ohnehin gut besucht, und in der nächsten Spielzeit hat Repusic populäre und opulente Werke von Bruckner, Mahler und Strauss ins Programm genommen und dazu renommierte Solisten und Dirigenten wie Lars Vogt, Emmanuel Pahud und Ton Koopman eingeladen - das könnte den Andrang tatsächlich verstärken.

Heiße Nächte im Opernhaus

Auch Repusics Chef, Opernintendant Michael Klügl, scheint es in seiner vorletzten Saison mit Macht auf Gedränge am Kartenschalter anzulegen. Die laufende Spielzeit, deren Programm den Preis der deutschen Theaterverlage erhalten hat, sei zwar „wunderbar“, aber auch „sehr gewagt“ - die Auslastung wird am Ende wohl bei etwas mehr als 80 Prozent liegen. Nach dem Sommer rechnet Klügl mit größerer Nachfrage: „Bei einigen Produktionen könnte es eng mit Karten werden“, sagt er. „Ich empfehle dringend, Abonnent der Staatsoper zu werden.“

Wie geht es weiter an der Staatsoper?

Spätestens im Sommer will das Niedersächsische Kulturministerium bekannt geben, wer die Staatsoper von 2019 an leiten wird, wenn der Vertrag von Intendant Michael Klügl ausläuft. Gleichzeitig wird die neue Leitung für das Schauspiel vorgestellt. Während ein Nachfolger für Lars-Ole Walburg offenbar bereits gefunden ist, ist das Besetzungsverfahren für die Oper noch nicht abgeschlossen. Die Suche verläuft sehr diskret: Weder sind die Intendantenposten ausgeschrieben, noch gibt es einen Beirat, der das Ministerium bei der Suche berät. Bekannt ist derzeit daher nur eine Personalie: Verwaltungsdirektor Jürgen Braasch, der sich die Theaterleitung mit den Intendanten teilt, bleibt mindestens bis 2021.

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Diese Empfehlung auszusprechen, ist natürlich immer sein Job, aber Klügl hat im neuen Programm auch Argumente dafür: So viele populäre Werke wie im kommenden Jahr wurden an Hannovers Oper lange nicht auf die Bühne gebracht. Darunter ist auch die meistgespielte Oper schlechthin: Mozarts „Zauberflöte“ wird ab Januar in der Regie von Frank Hilbich und unter Leitung des neuen Ersten Kapellmeisters Valtteri Rauhalammi zu erleben sein. Kaum weniger beliebt dürfte Leonard Bernsteins Musical „West Side Story“ sein, das das bewährte Produktionsteam Matthias Davids und Mathias Fischer-Dieskau im September auf die Bühne bringt.

Dass Giuseppe Verdis Kassenknüller „Aida“, den Ivan Repusic ab April dirigieren wird, laut Klügl eine Produktion mit „einiger Brisanz“ werden wird, liegt wohl weniger am Werk als am Team der Inszenierung: „Freischütz“-Regisseur Kay Voges und Videokünstler Voxi Bärenklau holen mit Verdi zum zweiten Streich in Hannover aus.

Ab November ist eine „Salome“ mit Repusic und Regisseur Ingo Kerkhof im Programm, Rossini-Spezialist Alessandro De Marchi dirigiert im Oktober eine konzertante „Wilhelm Tell“-Produktion. Umrahmt wird der Spielplan von Klassikern der Moderne: Henzes „Der junge Lord“ (Regie: Bernd Mottl) eröffnet die Saison, die von Francis Poulencs „Dialogen der Karmelitinnen“ (Regie: Dietrich W. Hilsdorf) beschlossen wird.

Im Repertoire gibt es unter anderem (nach einjähriger Pause) Wiederbegegnungen mit „La Traviata“ und dem „Freischütz“. Die 500. Vorstellung von „Hänsel und Gretel“ wird mit einer Galavorstellung unter Leitung von Marc Albrecht gefeiert, und Repusics Mentor Donald Runnicles leitet eine festliche „Salome“-Vorstellung. Mit großer Nachfrage rechnet die Oper auch für den Opernball, der am 23. und 24. Februar unter dem Motto „Heiße Nächte“ steht.

Im Ensemble ist ein prominenter Neuzugang zu verzeichnen: Tenor Simon Bode kehrt nach Hannover zurück. Abgänge unter den Sängern wird es nicht geben. Neu ist auch Chordirektor Lorenzo Da Rio.

Das Ballett der Staatsoper beteiligt sich zunächst an der „West Side Story“-Produktion. Ab Dezember choreografiert Ballettdirektor Jörg Mannes in „Daphnis - Lost Love“ Musik von Ravel und Glass. Im Februar gibt es mit „Moving Lights“ eine Doppelproduktion mit Arbeiten von Mannes und Nils Christe, bevor der Ballettchef sich ab Mai dem Mythos „Marilyn“ widmet.

Eine offene Rechnung

Die Junge Oper wartet mit drei Neuproduktionen auf. Klügl hofft darauf, auch in den Produktionen im Großen Haus wie der „Zauberflöte“ viele Kinder und Jugendliche zu sehen. Ohnehin liege ihm gerade dieses Stück, das zuletzt vor elf Jahren neu an seinem Haus zu sehen war, sehr am Herzen - und er habe mit ihm „noch eine Rechnung offen“: Er möchte nicht so sehr die Widersprüche des Stück thematisiert sehen, sondern es in der Tradition des Maschinen- und Volkstheaters auf die Bühne bringen. „Ich will es noch einmal mit der ,Zauberflöte’ probieren - und auf höherem Niveau scheitern“, sagt er.

Ivan Repusic hätte das sicher etwas anders formuliert. Vielleicht ist die Sache mit dem Abo wirklich keine schlechte Idee.

Die Saison 2017/2018: Karten zu weitgehend unveränderten Preisen gibt es ab 1. Juni.

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