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Das hat ein Nachspiel

„Lieder Lounge“ mit Thomas Quasthoff Das hat ein Nachspiel

Schaurige Balladen, Gernhardts Wagner-Parodie und Kurt chwitters: Eine „Lieder Lounge“ mit Thomas Quasthoff im Sparkassenforum.

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Manuel Walser (l.) und Thomas Quasthoff im Sparkassenforum.Foto: Wallmüller

Quelle: Michael Wallmueller

Hannover. Robert Schumann hat Schuld. Dabei steht kein einziges Lied von ihm auf dem Programm der vierten „Lieder Lounge“ im Sparkassenforum. Doch deren prominenteste Gast singt ja ohnehin gar nicht: Thomas Quasthoff beschränkt sich darauf, Balladen, Gedichte und Dramolette zu lesen. Dafür bekommt er immer wieder Zwischenapplaus. Sein ehemaliger Schüler Manuel Walser aber, der - wie Quasthoff betont - längst auf eigenen Füßen steht und an der Wiener Staatsoper engagiert ist, geht leer aus. Nicht etwa, weil sein lyrischer Bariton und seine kluge und dramatische Art der Liedgestaltung nicht gefallen würden. Aber Hugo Wolf und Richard Strauss waren eben Schumann-Verehrer: Kaum ein Lied an diesem Abend kommt daher ohne eines der lyrisch reflektierenden Klaviernachspiele aus, die Schumann erfunden hat. Dass man die nach dem letzten gesungenen Ton schon zum Applaus erhobenen Hände schnell wieder sinken lässt, ist also Absicht der Komponisten. Walser muss sich mit stummer Zustimmung zufrieden geben.

Die „Lieder Lounge“ hat sich zur Aufgabe gemacht, die Kunst des Liedgesangs in Hannover weiter öffentlich zu pflegen. Neben der gastgebenden Sparkassenstiftung sind dabei Kammermusik Hannover, die Hamel-Stiftung und die Musikhochschule als Veranstalter und Ideengeber mit an Bord. Kein Wunder also, dass bei derart vereinten Kräfte Abende wie dieser gelingen. Quasthoff hat auch als Rezitator jene variable Stimmfülle und Bühnenpräsenz, die ihn als Sänger weltberühmt gemacht haben. Schaurige Balladen liegen ihm ebenso wie Robert Gernhardts erst durch seinen Vortrag richtig lustige Wagner-Parodie vom „Sängerkrieg auf der Wartburg“ oder Kurt Schwitters’ Lautpoesie „An Anna Blume“. Die Texte sind ein unterhaltsames Kontrastprogramm zu den spätromantischen Liedern, die etwas abseits des handelsüblichen Liedrepertoires liegen. Ganz so dicht und atmosphärisch wie bei Schubert und Schumann sind diese Miniaturen nicht, aber sie funkeln und glänzen wie edler Wein in geschliffenen Gläsern. Walser und Pianist Justus Zeyen servieren das auf vorbildliche Weise: nie aufdringlich, aber stets sensibel auch auf kleinste Stimmungsschwankungen reagierend. Dafür gibt es am Schluss viel Applaus auch für sie. Endlich.

Die nächste „Lieder „Lounge“ gestalten der Bariton Roman Trekel und der Liedbegleiter Jan Philip Schulze gemeinsam mit ihren Studenten von der Musikhochschule am 2. Mai 2016 im Sparkassenforum.

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