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Das sind die illustren Gäste der Leibniz-Festtage

Sloterdijk, Safranski, Lewitscharoff Das sind die illustren Gäste der Leibniz-Festtage

Rüdiger Safranski, Peter Sloterdijk und Sybille Lewitscharoff: Im Jubiläumsjahr setzen die hannoverschen Leibniz-Festtage auf große Namen. Das können die Gäste erwarten.

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Peter Sloterdijk, Sybille Lewitscharoff und Rüdiger Safranski werden zu den Leibniz-Festtagen erwartet.

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Eigentlich kann es so ein Objekt gar nicht geben. Doch da hängt es nun am Altar der Neustädter Hof- und Stadtkirche. Die spätere Kurfürstin Sophie hat das gut sechs Meter lange Antependium im Jahr 1691 höchstselbst gestickt. Im Jahrhundert der großen Religionskriege schuf die (reformierte) Adelige das Tuch für den (ursprünglich katholischen) Reliquienaltar des (lutherischen) Kloster Loccum. Man mag darin einen ganz großen interkonfessionellen Brückenschlag sehen. Einen Ausweis innerer Weite.

Rechtzeitig zu den Leibniz-Festtagen, die kommende Woche beginnen, ist das Antependium nun schon zum zweiten Mal als Leihgabe aus Loccum nach Hannover gekommen: „Zum geistigen Erbe von Leibniz kommt so nun auch die materielle Hinterlassenschaft eines Menschen, der mit ihm eng verbunden war“, sagt Pastorin Martina Trauschke.

Die 13. Leibniz-Festtage setzen zum 300. Todestag von Hannovers größtem Gelehrten auf große Namen: Zum Auftakt ist am kommenden Montag, 12. September, 19.30 Uhr, Starautor Rüdiger Safranski in der Hof- und Stadtkirche zu Gast. Sein Vortrag beschäftigt sich mit der Frage nach dem Gottesglauben angesichts des Bösen in der Welt - ein Thema, das Leibniz in seiner berühmten „Theodizee“ behandelt hat.

Unter dem Motto „Gebeugtes wird sich wieder aufrichten“ - der Sinnspruch zierte Leibniz’ Sarg - haben die Organisatoren von der Neustädter Kirche und der dort ansässigen Stadtakademie ein bemerkenswertes Programm zusammengestellt. Am 19. Oktober ist um 19.30 Uhr der Philosoph Peter Sloterdijk in der Neustädter Kirche zu Gast. Dieser preist Leibniz zwar als „Sonnenkönig des Denkens“ - doch zugleich widmet er sich in seinem Vortrag auch der Frage, warum Leibniz und sein barocker Universalismus uns heute so fremd geworden sind.

Als dritter Stargast spricht am 5. Dezember, 19.30 Uhr, die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff über Leibniz. Sie beschäftigt sich vor allem mit dessen Gedanken zur Sprache. Karten für die drei großen Vorträge gibt es für 10 Euro ausschließlich an der Abendkasse.

Daneben beschäftigen sich in der Neustädter Kirche auch Jugendliche mit Leibniz: Am 28. September, 19 Uhr, präsentieren Schüler der Leonore-Goldschmidt-, der Wilhelm-Raabe-Schule und eines Warschauer Gymnasiums ihre Arbeiten zu Leibniz. Filmteams von Schülern aus Shanghai, Peking und Hannover haben sich mit Kameras auf die Spur des Gelehrten gesetzt. Die Ergebnisse sind am 20. Oktober, 19 Uhr, zu sehen.

Zum 300. Todestag führen Leibniz-Schüler am 14. November, 11 Uhr, bei einer Gedenkfeier das szenische Stück „Die Erbschaft“ auf. Am Abend gibt es dann ein Salonkonzert: Dieter Hufschmidt und Elisabeth Hoppe lesen aus dem Briefwechsel zwischen Leibniz und fürstlichen Frauen, dazu singt der Chor der Leibniz-Universität Liebeslieder. Daran schließen sich Salongespräche an vier Orten in der Nähe der Kirche an. Und um 22 Uhr erklingt Glockengeläut auf dem illuminierten Kirchhof. Zur Todesstunde des Großgelehrten.

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