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00:16 12.11.2017
Vincent (links) und Dag holen ihre Fans auf die „bunte Seite der Macht“.   Quelle: (Alexander Körner)
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Hannover

  Die Lichtshow beginnt – und sofort setzt das Gekreische der Fans ein. Von der ersten Minute an feiert das fast durchweg junge Publikum in der Swiss-Life-Hall das Berliner Duo „SDP“. 4100 Besucher waren beim ersten Konzert dabei – das Konzert am Freitagabend ist mit 5000 Besuchern ausverkauft. 

Es ist ein Abend mit viel Selbstironie – das macht die beiden Sänger sympathisch. Denn bei so mancher Textzeile und übertriebenem Bühnenshow-Element können selbst Dag-Alexis Kopp und Vincent Stein nicht ernst bleiben.  So kündigt eine Stimme vom Band die beiden mit der Frage „Was ist das denn für `ne peinliche Scheiße?“ an. Als Opener haben sie den Song „Leider wieder da“ vom aktuellen Album „Die bunte Seite der Macht“ ausgewählt – wobei die Fans das Wort „leider“ wohl nicht unterschreiben würden. Sie singen textsicher mit – und zwar vom ersten bis zum letzten Song.

 Und diese sind größtenteils laut, ironisch und manchmal auch ballermann-tauglich. Was manch einer wohl eher als nervige, zwanghaft optimistische Popdudelei beschreiben würde, wird von den Fans gefeiert. Dag und Vincent treffen den Nerv der Zeit, wenn sie in ihrer unbeschwerten Art über Liebe, Freundschaft und die Probleme des Lebens singen – das wird bei dem ersten von zwei Konzerten in der Swiss-Life-Hall schnell deutlich. Die beiden sind  in erster Linie Entertainer und nicht Profisänger – so wird die Bühne mal zur Gameshow mit Glücksrad, dann wird mit aufblasbaren Gummipuppen auf den Schultern getanzt und auch überdimensonale Bälle, Konfetti, Feuerwerk und Flammen dürfen nicht fehlen. Da nehmen ihnen die Fans den einen oder anderen vergeigten Ton nicht übel.

Dag-Alexis Kopplin und Vincent Stein von SDP haben bei ihrem Konzert die Swiss-Life-Hall zum Beben gebracht.

Die musikalische Bandbreite reicht an diesem Abend von poppig-entspannt, über rockig-laut bis hin zu melancholisch. Ein Großteil des Konzerts setzt sich aus den neuen Lieder zusammen, wie etwa der ersten Singleauskopplung “So schön kaputt”, in der es um die Fehler, Schrammen und Narben geht, die jeden Menschen erst zu der Person machen, die er ist. “Wir sind vom Leben gezeichnet – in den buntesten Farben, und wir tragen sie mit Stolz – unsere Wunden und Narben“, singen SDP im Refrain. In „Echte Freunde“ kritisieren sie, dass jeder in Zeiten von sozialen Medien Hunderte „Freunde“ hat, die eigentlich keine sind, und in „Zeit verschwenden“ rufen sie dazu auf, nicht immer alles so ernstzunehmen und ruhig auch mal Zeit zu verschwenden, um glücklicher zu sein.

Doch auch alte Hits stehen auf dem Programm, so darf die Single „Ne Leiche“, das Lied mit Sido, das sie bekannt machte, nicht fehlen.  Und auch der wohl größte Hit der Band, die 2015 erschienene Ballade „Ich will nur, dass du weißt“ mit Adel Tawil  wird gesungen – genauso wie das Mitgröhl-Lied mit Ballermanncharakter „Die Nacht von Freitag auf Montag“, das den zweistündigen Abend beenden soll.  

Und egal ob Ohrwurm oder neuer Hit: Die beiden Mittdreißiger stehen keine Minute still und beziehen ihr Publikum immer wieder ein. So wird der Abend zu einem gemeinsamen Fest, ein Abend, an dem Musiker und Fans alles geben und eine fette Fete feiern.

Von Lisa Malecha

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