Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Das war Sarah Connor auf der Gilde Parkbühne

Open-Air-Konzert Das war Sarah Connor auf der Gilde Parkbühne

Mal zärtlich und gefühlvoll, dann aber auch wieder laut und und kraftvoll: Beim Konzert auf der Gilde Parkbühne stellte Sarah Connor ihr vielseitiges gesangliches Spektrum unter Beweis und begeisterte mit deutschen Texten die rund 5000 Fans. Und sogar das Wetter meinte es gut mit dem Publikum.

Voriger Artikel
Stiftung Niedersachsen feiert 30. Geburtstag
Nächster Artikel
"Indien" im Innenhof des Schauspiels

Hannover. Sarah Connor fängt an zu singen und der Nieselregen über Hannover hört endlich auf. Fast so als wolle die Sängerin beweisen, dass ihre "Muttersprache-Sommertour" diesem Titel auch gerecht werden muss. Die Gummistiefel und Regencapes im Publikum passen allerdings zu diesem uneitlen Abend mit einer erfrischend uneitlen Sängerin - und viel deutscher Musik.

Sarah Connor auf der Gilde Parkbühne. 

Zur Bildergalerie

Mit dem Album "Muttersprache" - ihrem ersten deutschsprachigen Album - ist der 37-jährigen Connor ein bemerkenswerter Imagewechsel gelungen. War die gebürtige Delmenhorsterin lange Zeit für viele nur ein deutscher Abklatsch blonder amerikanischer Popkünstlerinnen à la Britney Spears, zeigt sie mit dem Wechsel zur deutschen Sprache, dass sie den Titel der Souldiva, die mit ihrer kraftvollen Stimme berührt und musikalisch überrascht, mehr als verdient hat. Das mit Gold und Platin prämierte Album "Muttersprache" hält sich seit der Veröffentlichung im Mai 2015 in den deutschen Album-Charts.

Nicht nur inhaltlich hat die Sängerin eine Kehrtwende unternommen: Räkelte sie sich früher zu in den Videos zu banalen Popsongs wie "Let's get Back to Bed, Boy" und "French Kissing" noch leicht bekleidet und lasziv zwischen Laken, sind die Themen ihrer neuen Lieder teilweise erschreckend offen und intim: In "Wie Schön du bist" spricht sie ihrem pubertierenden Sohn Mut zu, "Bedingungslos" und "Die mit dir lacht" handeln von ihrer kleinen Tochter Summer, die mit einem Herzfehler zur Welt gekommen ist.

Und auch für die beste Freundin, die sich unter das Publikum an der Parkbühne gemischt hat, hat sie einen Song geschrieben: "Du bist meine Insel, meine Zauberwelt im Meer", singt Connor und zeigt, dass es ihr gelingt, mit ihrer Muttersprache passende Bilder zu erzeugen. Geschickt kokettiert sie aber auch mit ihrer "dunklen Vergangenheit" und präsentiert ein Medley aus den ersten englischen Songs, wie "Bounce", "From Zero to Hero" und "One Night Stand". Nicht nur die Fans der ersten Stunde jubeln - und trotz dem typisch Neunzigerjahre-Popsound wirkt die Einlage reflektiert, fast ein wenig selbstkritisch.

Das knapp zweistündige Konzert zeigt: Connor ist erwachsen geworden, wirkt geerdet und präsentiert sich als entspannte, reife und vor allem authentische Sängerin, die ihr Glück in deutschen Songs gefunden hat.

Trotz Open-Air-Atmosphäre baut sie schnell eine Nähe zu ihrem Publikum auf, die nicht konstruiert, sondern herzlich ist. Um zu begeistern, braucht Connor keine durchsichtigen Kleider und keine Realityshows mehr. Statt aufwändiger Bühnendekoration setzt sie mit drei Backgroundsängern, mehreren Gitarristen und zwei Schlagzeugern auf ein großes Angebot von engagierten Musikern, die das Konzert an vielen Stellen in eine scheinbar improvisierte Jam Session verwandeln. Schnell wird der Konzertabend mit 5000 Fans zum gemütlichen Zusammensein ganz ohne Attitude.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Hangover Jam auf der Gilde Parkbühne

2500 Fans feiern mit Bausa, den Orsons, 187 Straßenbande, dem Duo Audio88 und Yassin und weiteren Größen aus der Hip-Hop-Szene.